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Blue Jasmine

Woody Allen, USA, 2013o

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vzurück

Die Frau eines New Yorker Finanzhais kommt vorübergehend bei ihrer bescheiden lebenden Adoptivschwester in San Francisco unter, nachdem ihr Mann verhaftet worden ist. Sie hofft auf einen Neuanfang, wird jedoch von den Erinnerungen und Gewohnheiten aus ihrem führeren Luxusleben verfolgt, die auch ihre neue Umgebung angreifen. Als sie einen reichen Diplomaten kennenlernt, setzt sie alles auf diese Karte.

Woody Allen in alter Form? Die Kritiker überschlagen sich vor Lob und vergleichen den Film schon mit «A Streetcar Named Desire» (Cate Blanchett -- Blanche Dubois, klingt fast gleich!). Blanchett wirkt in der Tat unerschrocken, sie schwitzt und faselt und wirkt in ihren lachsfarbenen Blusen wie ein gestrandeter Fisch. Dafür gab es den Oscar für die beste Hauptdarstellerin.

Pascal Blum

Cate Blanchett ist eine echte Schau - als gefallene Gattin eines Finanzhais und Milliardenbetrügers. Sie hat alles verloren und muss bei ihrer proletarischen Schwester in San Francisco einziehen. Überall gefeiert als überzeugend ernster, ja politischer Woody Allen-Film - aber der Weltverlust, der dessen Spätwerk plagt, ist auch hier nicht zu übersehen.

Tobias Kniebe

Une fable virtuose, où la drôlerie le cède peu à peu à une noirceur inouïe.

Jean-Baptiste Morain
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Variety, 16.07.2013

Von Justin Chang

© Alle Rechte vorbehalten Variety. Zur Verfügung gestellt vom Variety Archiv
Tages-Anzeiger, 16.11.2013
Frau im freien Fall

In seinem neuen Film «Blue Jasmine» zeigt Woody Allen, wie ein Luxusleben kollabiert. Mit einer grandios brüchigen Cate Blanchett in der Hauptrolle.

Von Florian Keller

Man kennt das Bild von alten Cartoons: Ein Coyote rennt kopflos über einen Abgrund hinaus, wo er einen Moment lang wie schwerelos in der Luft stehen bleibt. Als er seine missliche Lage erkennt, macht er kehrt und rudert verzweifelt zurück, dem sicheren Boden entgegen – ehe er auf halber Strecke ins Leere stürzt. Cate Blanchett als Jasmine ist in einer ähnlichen Lage im neuen, ungefähr 45. Film von Woody Allen. Nachdem ihr märchenhafter Luxus sich in Luft aufgelöst hat, tut sie weiter so, als schwebe sie auf einer Wolke des Reichtums – und will einfach nicht merken, dass da gar nichts mehr ist unter ihren Füssen.

Als ihr Ehemann (Alec Baldwin) wegen betrügerischer Anlagen à la Madoff im Gefängnis landet, kommt diese Jasmine bei ihrer proletarischen Schwester (Sally Hawkins) in San Francisco unter. Sie habe alles verloren, klagt sie. Aber fliegen tut sie trotzdem noch First Class, und als Jasmine in Kalifornien aus dem Flugzeug steigt, trägt sie ein Jäckchen von Chanel und eine Tasche von Hermès, die Koffer von Louis Vuitton lässt sie tragen. So steigt sie aus dem Taxi, in einem abgerissenen Quartier mitten an der lärmigsten Strasse von San Francisco, schnappt nach Luft und fragt: «Wo bin ich hier genau?» Das fragt sich auch der Coyote in der Luft, bevor er nach unten blickt.

Die Noblesse bröckelt

Die Dame von Welt, die sich mit allen möglichen, also auch pharmazeutischen Mitteln über ihren sozialen Absturz hinwegtäuschen will: Man kann sich ja keine Schauspielerin in Hollywood vorstellen, die für diese Rolle besser geeignet wäre als Cate Blanchett. Selbst die aufrichtige Verzweiflung gerinnt ihr noch zur mondänen Pose, und umgekehrt kann man bei ihr zusehen, wie eine perfekt einstudierte Noblesse förmlich vor sich hin bröckelt. Jasmine ist eine Frau, der es knapp noch gelingt, die Fassade zu wahren – und ihre Fassade ist alles, was sie noch hat. Diese Jasmine schaut weg, wo sie kann, das hat sie schon bei ihrem Mann so gehalten, als er seine Kunden um ihr Geld betrog und seine Gattin mit anderen Frauen. Und wo auch wegschauen nicht mehr hilft, behilft sich Jasmine damit, dass sie wegtrinkt, was sie nicht wahrhaben will.

Woody Allen wird wegen «Blue Jasmine» jetzt oft auf «A Streetcar Named Desire» angesprochen, aber da winkt er jeweils routiniert ab. Dabei liegen die Parallelen auf der Hand. Tatsächlich scheint diese Jasmine in vielem der Blanche DuBois bei Tennessee Williams nachempfunden – bis hin zu ihrem Alkoholkonsum und ihrer Verachtung für die rohen Proletarier, denen ihre Schwester sich reihenweise an die Brust wirft. Und die Blanche ist ja nicht nur buchstäblich in der Blanchett enthalten, die Australierin hat die Rolle auch schon auf der Bühne gespielt, vor vier Jahren in Sydney, unter der Regie von Liv Ullmann.

Doch wo das im Theater unausweichlich auf eine tragische Eskalation zuläuft, bricht Woody Allen den Lauf der Dinge mit einer für ihn untypisch freien Chronologie. Ansatzlos blendet er zurück und dann wieder in die Gegenwart, ohne dass diese Zeitsprünge je gekennzeichnet wären. Das klingt kompliziert, kommt aber wunderbar beiläufig und ungekünstelt daher. Die Tragik wird dadurch nicht abgemildert. Es ist bloss das dramaturgische Abbild eines Lebens, das am Ende erst recht in Scherben liegt.

© Alle Rechte vorbehalten Tages-Anzeiger. Zur Verfügung gestellt vom Tages-Anzeiger Archiv
31.10.2013
Ein seltsames, seltenes Talent

Er bleibt auch weiterhin produktiv: Woody Allen über seinen neuen Film „Blue Jasmine“, seine Hauptdarstellerin Cate Blanchett und andere Kleinigkeiten - wie etwa die, fünfzig Witze pro Tag zu schreiben.

Von Johanna Adorján

Faz: Ihr neuer Film ist ein Drama, eher tragisch als komisch. Die Hauptrolle sollen Sie schon mit Cate Blanchett im Sinn geschrieben haben . . .

Allen: Ich habe angefangen, ohne an jemand bestimmten zu denken, aber ab der Mitte dachte ich irgendwann, Himmel, das wird aber eine schwierige Rolle, wer könnte die wohl spielen - und da fiel mir Cate Blanchett ein. Sie ist eine von ganz wenigen Schauspielerinnen, die großartig genug sind, diesen Charakter wirklich verkörpern zu können. Ich hatte dann riesiges Glück, dass sie Zeit hatte.

Sie bringt etwas unerwartet Abgründiges und Tragisches in einen Woody-Allen-Film. Ich habe mich beim Sehen gefragt, ob das im Drehbuch so angelegt war oder ob der Film mit einer anderen Hauptdarstellerin möglicherweise ganz anders geworden wäre, leichter?

Nein, nein. Es war so geschrieben, es wäre mit jeder Schauspielerin etwas fürs schwere Fach gewesen, das war schon im Drehbuch ersichtlich. Meistens mache ich leichte Filme, aber immer mal wieder mache ich dann einen sehr ernsten wie „Interiors“ oder „Match Point“ oder „Another Woman“, und das jetzt war wieder so einer. Jede Schauspielerin, die ich besetzt hätte, hätte die Rolle so spielen müssen. Die Geschichte ist heavy. Es sind ein paar Lacher drin, aber die Geschichte ist nicht gerade amüsant.

Cate Blanchett erzählt in Interviews, nach dem ersten Drehtag hätten Sie zu ihr gesagt: „Es ist fürchterlich, es ist fürchterlich.“ Wissen Sie noch, warum?

Ich weiß Folgendes: Bei jedem Film, den ich je gedreht habe, drehe ich den ersten Tag immer noch einmal. Der erste Drehtag ist immer ein Desaster. Bis Schauspieler und du exakt auf die Wellenlänge der Rolle kommen, kann man eigentlich nichts machen. Das dauert für gewöhnlich ein bis drei Tage, und dann macht es klick. Aber am ersten Drehtag denke ich jedes Mal, ach, das klappt nicht, es ist fürchterlich. Ich werde dann immer ganz mutlos. Und dann drehen wir den ersten Tag noch mal. Es dauert halt immer, bis man alles zusammenbekommt.

Es heißt ja oft, es sei leichter, ein Drama zu machen als eine Komödie. Wie sehen Sie das?

Es ist sehr schwer, dramatische Sachen zu machen - genauso schwer wie eine Komödie. Es ist nur so, dass es mehr Menschen gibt, die ernste Sachen machen können als heitere. Nicht so viele Leute können Komödien.

Stimmt es, dass Sie früher bis zu fünfzig Witze am Tag geschrieben haben?

Ja. Das war ganz leicht. Ich ging noch zur Schule, und die war so gegen 13 Uhr fertig, und ich lebte in Brooklyn, und mein Job als Witzeschreiber war in Manhattan. Also bestieg ich den Zug, nahm Papier und Stift in die Hand, und bis ich ankam - es war eine etwa 45-minütige Fahrt -, hatte ich zwanzig Witze geschrieben. Wenn man das kann, ist es überhaupt nicht schwierig. Im Büro hab’ ich dann noch mal zwanzig oder dreißig Witze geschrieben. Das klingt viel - und wenn man dafür kein Talent hat, wird es ein Jahr dauern, bis man einen einzigen geschrieben hat, aber wenn man es kann, ist es nichts.

Was ist die Technik? Sie haben mal gesagt, man müsse für einen Witz zuerst das Ende haben - und erst danach den Aufbau schreiben.

Es gibt keine Technik. Es ist ein Instinkt.

Ja, aber wie fangen Sie an? Sie denken sich ein Thema aus - und spielen dann damit?

Sie können sich ein Thema ausdenken, oder Sie können die Zeitung durchlesen, und nach einer halben Stunde Zeitungslektüre haben Sie zwanzig Witze. Vorausgesetzt, Sie können das.

Sie können es mir also nicht beibringen - das ist eher ein Talent, keine Technik?

Es ist ein seltsames, seltenes Talent. Und ich hatte Glück. Denn ich war nicht gut in der Schule, aber ich hatte dieses Talent. Und das hat es mir ermöglicht, zu arbeiten.

Kennen Sie Schreibblockaden?

Ich hatte noch nie eine. Als ich angefangen habe zu schreiben, habe ich zunächst ein paar Jahre fürs Fernsehen gearbeitet. Und damals war die Show live, ich meine wirklich live. Wir mussten Montag früh ins Büro, die Show lief Samstagnacht, man konnte sich keine Schreibblockade erlauben, denn das ganze Land würde zugucken. Du konntest nicht herumsitzen und auf Inspiration warten, du musstest etwas aufs Papier bringen. Und wenn dir nicht die perfekte Sache einfiel, dann schriebst du eben die zweit- oder drittbeste Sache. Ich kann das. Wenn mir nichts einfällt, dann lasse ich mir etwas einfallen.

Sie machen sich im Laufe eines Tages viele Notizen, oder?

Wenn ich eine Idee habe, schreibe ich sie sofort auf. Sonst vergesse ich sie.

Was war das Letzte, das Sie sich notiert haben?

Ich habe ein paar Notizen gemacht für einen Freund, der eine Rede halten muss und dafür ein paar Witze braucht. Es ist eine große Sache, gute Pointen in Reden zu haben, und er ist mein Freund, also habe ich mir gestern, während ich mit meiner Schwester telefonierte, ein paar Sachen notiert. Als wir aufgelegt haben, hatte ich zehn Witze fertig. Das ist einfach etwas, das ich kann.

Erinnern Sie sich eigentlich an alle Ihre Filme? Sie drehen ja jedes Jahr einen, inzwischen haben Sie bei 49 Filmen Regie geführt.

An Filme, die ich vor zehn, fünfzehn Jahren und früher gemacht habe, erinnere ich mich nicht. Ich sehe sie mir nie wieder an, nachdem sie fertig sind, also vergesse ich sie. Manchmal sprechen mich Leute auf der Straße an und zitieren irgendeinen Satz aus einem Film von mir, weil sie nett oder charmant sein wollen, und ich habe keine Ahnung, wovon sie reden, weil ich mich nicht erinnere.

Sie machen so viele Filme, dass die Leute sie einzuteilen pflegen in gute und nicht so gute Woody Allens. An welcher Stelle merken Sie selbst, ob ein Film gelungen ist? Beim Drehen? Im Schnitt? Jahre später?

Das hängt davon ab, was Sie unter gelungen verstehen. Ein Film, den ich für gelungen halte, wird von der Öffentlichkeit nicht unbedingt auch so gesehen und umgekehrt.

Ist es Ihnen denn wichtig, was die Öffentlichkeit denkt?

Wenn ich zu Hause eine Idee habe und sie wundervoll finde und aufschreibe und verfilme und den fertigen Film dann ansehe und denke, mein Gott, diese Idee, die ich in meinem Zimmer hatte, ich habe sie aufgeschrieben, und hier, jetzt ist sie genau perfekt exakt so geworden, wie ich es mir vorgestellt hatte - wenn das der Fall ist, dann ist es mir egal, was andere denken. Die Zuschauer mögen es hassen oder gut finden, es ist nicht wichtig für mich. Ich werde es noch nicht einmal erfahren, denn es interessiert mich nicht. Für gewöhnlich aber bin ich von meinen Filmen enttäuscht. Ich habe eine großartige Idee oder jedenfalls etwas, das ich dafür halte, und dann sehe ich den Film und denke, ach, was habe ich nur falsch gemacht, ich habe so viele Fehler gemacht, das taugt nichts, dabei war die Idee doch so gut, und ich habe so ein Schlamassel daraus gemacht . . .

Halten Sie „Blue Jasmine“ für gelungen?

In vielerlei Hinsicht ja, aber dieser enorme Enthusiasmus, den er hervorruft, überrascht mich doch. Ich hatte das Gefühl, dass es ein wirklich anständiger Film ist, aber ich war nicht vorbereitet auf die enormen Reaktionen, die er bekommt. Genauso wenig wie ich es bei „Midnight in Paris“ war. Oder „Manhattan“. Als ich den vor vielen Jahren abgedreht hatte, mochte ich ihn gar nicht. Ich hielt ihn für eine Katastrophe. Er war mir peinlich. Als er in Amerika in die Kinos kam, bin ich extra nach Frankreich geflohen, weil ich nicht in der Nähe sein wollte. Und heute läuft er immer noch in Kinos.

Haben Sie die Dokumentation über Sie gesehen, die letztes Jahr herauskam?

Ja, ich hab’ sie mir endlich angeguckt. Einiges daran war sehr nostalgisch für mich. Es hat Erinnerungen wieder hochgebracht. Meine Kindheit.

Sie mögen Nostalgie nicht so gerne, oder?

Doch, das ist das Problem. Es ist eine Falle. Es ist so leicht, in Nostalgie hineingezogen zu werden. Das ist eine sehr angenehme, verführerische Falle.

Die lustigste Stelle in der Dokumentation war, als der Schauspieler Owen Wilson über Sie sagte, Sie seien am Set immer sehr emotional. Sie würden oft Leute umarmen und Ihre Gefühle zeigen. Dann lachte er, lange.

Ah? Er meinte das als Witz.

Viele Schauspieler, die mit Ihnen gearbeitet haben, äußern sich anschließend irritiert darüber, dass Sie nie loben und offenbar überhaupt nur wenig sagen. Wie würden Sie Ihre Beziehung zu Schauspielern beschreiben?

Als sehr professionell und freundlich. Die Schauspieler mögen mich, und ich mag die Schauspieler, aber ich esse nicht mit ihnen zu Mittag, ich esse nicht mit ihnen zu Abend, ich umarme und küsse sie nicht. Aber sie kommen, ich bin sehr nett und unterstützend zu ihnen, und wir machen unseren Job. Es ist ein Job. Wenn sie mich für irgendwas brauchen, können sie mich immer fragen oder mit mir sprechen, aber ich verkehre nicht privat mit ihnen.

Sie haben vor kurzem selbst mal wieder als Schauspieler gearbeitet - in John Turturros „Fading Gigolo“. Darin spielen Sie John Turturros Zuhälter.

Es ist eine kleine Rolle. John Turturro hat das Drehbuch geschrieben und auch Regie geführt. Ich habe keine Ahnung, wie der Film geworden ist, aber es hat Spaß gemacht, mal nicht die ganzen Probleme des Regieführens zu haben, sondern diese Probleme einfach ihn haben zu lassen.

Wie sind Sie als Schauspieler - was erwarten Sie von einem Regisseur?

Ich mache am liebsten mein eigenes Ding, und ich lasse Schauspieler auch immer ihr eigenes Ding machen. Ich bin sehr locker mit Schauspielern. Ich sage ihnen immer, wenn ihr den Text ändern wollt: ändert ihn! Wenn ihr etwas nicht sagen wollt: sagt es nicht! Wenn ihr etwas anderes sagen wollt: sagt etwas anderes! Tragt die Kleidung, die ihr tragen wollt. Ich bin da ganz locker. Und als Schauspieler bin ich auch so. Ich mag es, mir den Text so zu gestalten, dass es meine eigenen Worte werden. Und die Regisseure erlauben das auch immer, weil sie wollen, dass die Schauspieler sich wohlfühlen.

Wenn man sich all Ihre Filme so ansieht, fällt auf, dass Sie unglaublich viele interessante Rollen für erwachsene Frauen geschrieben haben. Nicht wenige Schauspielerinnen verdanken Ihnen einen Oscar. Macht es Ihnen mehr Spaß, Frauenrollen zu schreiben?

Ja.

Warum?

Es macht einfach mehr Spaß. Ich genieße auch die Gesellschaft von Frauen mehr, ich arbeite immer mit weiblichen Cuttern, meine Presseagentin ist eine Frau, meine Produzentin, ich bin umgeben von Frauen, ich bevorzuge ihre Gesellschaft. Ich bin entspannter in Gegenwart von Frauen. Was seltsam ist, denn in meiner Kindheit war meine Mutter sehr streng und barsch. Sie war der harte Boss. Nett, aber sehr streng. Mein Vater war entspannt und angenehm und nahm mich zu Baseballspielen mit. Aber aus irgendwelchen Gründen bevorzuge ich eben die Gesellschaft von Frauen, und es macht mir Spaß, für sie zu schreiben. Sie sind gefühlvoller, verletzlicher, komplexer - jedenfalls kommt es mir so vor. Männer, wissen Sie, sind mehr geradeaus oder zeigen sich weniger, sie zeigen ihre Gefühle nicht so leicht, sie schämen sich oft für sie - Frauen haben weniger Hemmung, Gefühle zu zeigen, also macht mir das mehr Spaß.

Sie haben mal gesagt, dass Sie die Rollen, die Sie für Frauen schreiben, am liebsten selbst spielen würden.

Ja. Ich denke immer, ach, wenn ich nur Cates Rolle spielen könnte, oder Scarletts oder Diane Keatons - ach, das würde so viel Spaß machen! Aber das geht natürlich nicht.

Scarlett Johansson sagte neulich in der „New York Times“ über Sie, Sie glaube, Sie, Woody Allen, wären tief in Ihrem Herzen am glücklichsten gewesen, wenn Sie als klassische Operndiva auf die Welt gekommen wären. Irgendeine Ahnung, was sie meint?

Das hat sie gesagt?

Sie sagte, Sie würden leben für Drama, Klatsch, Intrigen, Liebeskummer, Aufregung . . .

Ja, solange es jemand anderem passiert. Ich führe ein sehr langweiliges Mittelklasseleben, aber ich habe es gern, wenn anderen Menschen aufregende Dinge passieren. Ich möchte nur nicht darin verwickelt sein.

© Alle Rechte vorbehalten Frankfurter Allgemeine Zeitung. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Zeitung Archiv
Les Inrocks, 23.09.2013

Von Jean-Baptiste Morain

© Alle Rechte vorbehalten Les Inrocks. Zur Verfügung gestellt vom Les Inrocks Archiv
Video Essay: Who is Woody Allen?
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en / 04.02.2016 / 4‘36‘‘

Video Essay: For Cate Blanchett, It's Not Just a Job
Jacob T. Swinney / Fandor
en / 13.05.2018 / 2‘54‘‘

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David Poland / DP/30: The Oral History of Hollywood
en / 28.07.2013 / 20‘49‘‘

An hommage to Woody Allen's Windsor font
/ Glass Distortion
en / 29.08.2016 / 2‘22‘‘

Filmdateno

Genre
Komödie, Drama
Länge
98 Min.
Originalsprache
Englisch
Bewertungen
cccccccccc
Øk.A.
IMDb
k.A.

Cast & Crewo

Cate BlanchettJasmine Francis
Alec BaldwinHal Francis
Sally HawkinsGinger
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Bonuso

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