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Der Läufer

Hannes Baumgärtner, Schweiz, 2018o

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Jonas Widmer ist einer der besten Langstreckenläufer der Schweiz, sein grosses Ziel ist der Olympia-Marathon. Trotz schwieriger Kindheit scheint er seinen Weg gefunden zu haben: Neben dem Sport arbeitet er als Koch, wird von allen für seine Hilfsbereitschaft geschätzt und bald will er mit seiner Freundin Simone in die erste gemeinsame Wohnung ziehen. Doch dann missglückt Jonas die Titelverteidigung bei seinem Heimrennen und er wird immer stärker von den Erinnerungen an seinen Bruder Philipp eingeholt, der Selbstmord begang. Unfähig, den inneren Leidensdruck in Worte zu fassen, entwickelt Jonas in seiner wachsenden Verzweiflung ein tragisches Doppelleben.

Hannes Baumgartner liess sich vom Fall des Waffenläufers Mischa Ebner inspirieren, der 2002 in Bern mehrere Frauen brutal angriff und eine tötete. Der Regisseur nimmt mit kühlem Blick die Täterpsychologie ins Visier und verzichtet auf Effekte und Thrill. Das ist bedrückend karg und beeindruckend konsequent. Max Hubacher glänzt in der auch physisch anspruchsvollen Rolle.

Regula Fuchs

Nein, wir erfahren nicht, wieso ein damals erfolgreicher Schweizer Waffenläufer plötzlich eine unbekannte Frau auf offener Strasse ermordete. Hannes Baumgartner widersteht in seinem gelungenen Erstlingswerk der gefährlichen Versuchung, die Tat erklären oder gar verstehen zu wollen. Sein Protagonist teilt sich uns vor allem physisch mit, wenn er blickt, sich zurückzieht, atmet und vor allem, wenn er läuft. Und wieder läuft. Dass die körperliche Anstrengung ein Ventil für Kindheitserfahrungen, die wir nicht kennen, für den Schmerz über den Selbstmord seines Bruder, von dem wir nur hören, und für seine Unfähigkeit ist, sich anderen mitzuteilen, das wird sofort klar. Dass die anfänglichen, eher zufälligen Delikte, die sich bis zu fürchterlichen Taten steigern, ebenfalls nur ein verzweifeltes Ankämpfen gegen die eigenen Frustrationen sind, ebenso. Baumgartners Film, dessen Drehbuch mit Stefan Staub verfasst wurde, ist zuweilen ebenso nüchtern, diszipliniert und etwas hermetisch wie sein Protagonist. Doch das ist gut so, denn bei solch schrecklichen Taten ist eine (fast) stumme Fassungslosigkeit die bessere Herangehensweise, als es eine starke Emotionalisiergung wäre.

Till Brockmann
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Galerieo

Variety, 23.09.2018

Von Guy Lodge

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cineuropa.org, 02.10.2018

Von Giorgia del Don

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01.10.2018

Von Tereza Fischer

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Neue Zürcher Zeitung, 29.09.2018

Von Urs Bühler

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artechock.de, 26.09.2018

Von Geri Krebs

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Bericht zum Film und Interview
/ SRF
de / 02.10.2018 / 4‘13‘‘

Filmdateno

Synchrontitel
Midnight Runner FR
Midnight Runner EN
Genre
Drama
Länge
92 Min.
Originalsprache
Deutsch
Bewertungen
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Øk.A.
IMDb
k.A.

Cast & Crewo

Max HubacherJonas
Sylvia RohrerBarbara
Luna WedlerLaura
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Bonuso

iGefilmt
Bericht zum Film und Interview
SRF, de , 4‘13‘‘
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gGeschrieben
Besprechung Variety
Guy Lodge
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Interview with Hannes Baumgartner
cineuropa.org / Giorgia del Don
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Besprechung Filmbulletin
Tereza Fischer
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Besprechung Neue Zürcher Zeitung
Urs Bühler
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Interview mit Hannes Baumgartner
artechock.de / Geri Krebs
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