r How to Make a Killing
John Patton Ford, GB, Frankreich, 2026o
Becket Redfellow hat Witz, Stil, Bildung und Charme. Doch eines besitzt er nach wie vor nicht – das milliardenschwere Vermögen, das ihm laut seiner Mutter von Geburt an zusteht. Seine Mutter Mary, einst Erbin des gewaltigen Redfellow-Imperiums, wurde von ihrer einflussreichen Familie bei Beckets Geburt verstoßen und starb völlig verarmt. Jetzt ist ihr charismatischer, vom Drang nach Höherem getriebener Sohn fest entschlossen, all das zurückzuholen.
Inspiriert von Kind Hearts and Coronets, einer schwarzen britischen Komödie von 1949, verfügt How to Make a Killing nicht über die trockene Ironie des Originals. Mehr noch: Der zweite Spielfilm des Amerikaners John Patton Ford steht geradezu demonstrativ zu seiner Vordergründigkeit, und die unerschütterliche Freundlichkeit von Glen Powell, der eine Figur ohne jede Psychologie verkörpert, trägt zu diesem Prinzip bei. Wir lernen ihn als zum Tode verurteilten Häftling kennen, der sich einem Priester anvertraut: Als Sohn einer Milliardärin, die wegen einer Affäre aus der Familie verstossen wurde, wächst dieser Becket Redfellow in einem Elendsviertel auf und trifft als Erwachsener zufällig eine wohlhabende Freundin aus Kindertagen wieder, die eine Meisterin der Verführung ist. Inspiriert von dieser geldbesessenen Femme fatale beschliesst der junge Mann, die sieben Erben des Vermögens zu beseitigen, das seiner Mutter vorenthalten wurde. Mit entwaffnender Leichtigkeit tötet er einen Cousin, dann einen zweiten, um sich in dessen Partnerin zu verlieben, die seinem Charme nicht widerstehen kann... Befreit vom Einfluss seiner Jugendfreundin (die ihm weiterhin nachstellt) und glücklich in der Liebe, wird der gutaussehende Mann erfolgreich in die Welt des Tradings eingeführt, doch bringen ihn weder sein Liebesglück noch sein Wohlstand von seinem ursprünglichen Ziel ab, sich das Familienvermögen anzueignen ... Das Spektakuläre an diesem hanebüchenen Plot ist, dass die Dummheit fast aller Figuren mit der Leere des prinzipienfreien Protagonisten konkurriert, der eisern seinem Vorsatz folgt. Wie eine Schachfigur rückt er auf dem Brett vor und räumt es leer. So viel steht fest: Mit dieser Burleske über die unstillbare Gier nach Geld bekommt man etwas für sein Geld.
Clément DesbailletGalerieo
