The Wizard of the Kremlin

Olivier Assayas, Frankreich, 2026o

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Russland Anfang der 1990er Jahre, kurz nach dem Zusammenbruch der UdSSR. In einer neuen Welt, die Freiheit verspricht und am Rande des Chaos steht, wird der junge Künstler und Fernsehproduzent Vadim Baranov wider Erwarten zum «Spin-Doctor» eines vielversprechenden Mitglieds des ehemaligen Geheimdienstes KGB, Wladimir Putin. – Frei nach dem gleichnamigen Roman von Giuliano da Empoli.

Ein geopolitisches Fresko, das sich auf einen fiktiven Berater von Wladimir Putin konzentriert, inspiriert von der grauen Kreml-Eminenz Wladislaw Surkow, inszeniert von Olivier Assayas? Auf dem Papier weckte dieses Projekt eine gewisse Skepsis – die sich bei der Sichtung des Films keineswegs legt. Denn man kann die Kritik der Russlandforscherin Cécile Vaissié am Roman The Wizard of the Kremlin des Politologen Giuliano da Empoli Wort für Wort auf Assayas Verfilmung übertragen: «Da Empoli schafft einen Resonanzraum für Putins Aussagen und stellt den russischen Präsidenten als positive Figur dar – gewiss als eine etwas kompromisslose, aber doch am Wohl seines Landes und seines Volkes interessierte. Die Diskrepanz zwischen diesen Aussagen und der Realität wird nicht hinterfragt.» Vaissié ergänzt: «All das hätte wohl keine grosse Bedeutung, wenn nicht ein erbitterter Krieg im Gange wäre, wenn nicht jeden Tag Ukrainer von Russen getötet würden.» Kurz: Der Elefant im Raum ist gewaltig. In der Hauptrolle sorgt Paul Dano für eine weitere Prise Unbehagen: Der Schauspieler, der über weite Strecken des Films damit beschäftigt ist, einem Besucher zu erzählen, wie er zu Putins Erschaffung beitrug, bleibt in einer affektierten Blasiertheit erstarrt. Diese über mehr als zweieinhalb Stunden aufrechterhaltene Fassade lässt gewisse Zweifel an Assayas Schauspielführung aufkommen: Ist sie der Versuch, Distanz zu einer Figur zu schaffen, deren Skrupellosigkeit sie in eine Art Automaten verwandelt hat, getrieben von unterwürfiger Loyalität gegenüber der Macht? Angesichts der Unbestimmheit, die den Film durchzieht, darf man daran zweifeln. Assayas scheitert mit The Wizard of the Kremlin dort, wo Ali Abbasi mit The Apprentice erfolgreich war: Lezterer liess, im Fall von Donald Trump, keinen Zweifel an seiner Sicht auf den Protagonisten – eine frankensteinhafte Kreatur, die sich rasch gegen ihre Schöpfer wendet und noch schlimmer wird als sie.

Émilien Gür

Galerieo

Filmdateno

Synchrontitel
Le mage du Kremlin FR
Genre
Drama
Länge
156 Min.
Originalsprachen
Englisch, Russisch
Bewertungen
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ØIhre Bewertung6.1/10
IMDB-User:
6.1 (2541)
Cinefile-User:
< 3 Stimmen
KritikerInnen:
< 3 Stimmen

Cast & Crewo

Paul DanoVadim Baranov
Jude LawVladimir Putin
Alicia VikanderKsenia
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