r La maison des femmes
Mélisa Godet, Frankreich, 2026o
In einem Frauenhaus setzt sich ein Team täglich mit Fürsorge, Solidarität und unermüdlicher Energie für Frauen ein, die Gewalt erfahren haben. Diane, Manon, Inès, Awa und ihre Kolleginnen hören zu, beraten und begleiten sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Mit interdisziplinärer Unterstützung stärken sie ihr Selbstvertrauen und helfen ihnen, neuen Halt und Perspektiven zu finden.
Als die junge französische Filmemacherin Mélisa Godet 2016 im Radio hörte, wie die Gynäkologin Ghada Hatem über das Frauenhaus sprach, das sie gerade in Saint-Denis gegründet hatte, kam ihr die Idee, diesen Zufluchtsort für Frauen in prekären Lebenssituationen als Vorlage für einen Spielfilm zu nutzen. Der Fortbestand der Einrichtung wäre ohne das unermüdliche Engagement der Gynäkologin und ihres Teams undenkbar gewesen, und es ist vor allem die Arbeit dieser Frauen (und einiger Männer), die Godet in ihrem ersten Spielfilm sichtbar machen möchte. Ein Ensemblefilm, der sich um etwa zehn Figuren dreht, die im Zentrum arbeiten: die Leiterin, der administrative Direktor, mehrere Ärztinnen und Mitarbeiter sowie eine junge Assistenzärztin, die als Vermittlerin für das Publikum fungiert, das gemeinsam mit ihr die Abläufe der Institution entdeckt. Zu Beginn des Films durchläuft diese eine kritische Phase. Sie leidet unter einem akuten Mangel an Ressourcen und ist einer administrativen Überprüfung ausgesetzt. Die Erzählung dreht sich um die Folgen dieser schwierigen Phase für das Team, das gezwungen ist, mit weniger mehr zu leisten und gleichzeitig Spenden zu sammeln. Der Film, der auf dem schmalen Grat zwischen Momenten der Erschöpfung und der Entspannung balanciert, überzeugt durch seine Besetzung und Schauspielführung: Karin Viard, Laetitia Dosch, Oulaya Amamra und Eye Haïdara verleihen den Geschehnissen je eine besondere Note. Bedauerlich ist zwar, dass die zahlreichen Patientinnen vorwiegend für typische Fälle stehen (Opfer von häuslicher Gewalt, Genitalverstümmelung oder Vergewaltigung), was der Erzählung manchmal Katalogcharakter verleiht. Dafür verdeutlicht die Vielzahl der Beispiele das Ausmass der unsichtbaren Gewalt gegen Frauen.
Émilien GürGalerieo
