Vermeer: The Greatest Exhibition

David Bickerstaff, GB, 2023o

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Der holländische Barockmaler Jan Vermeer gilt als einer der subtilsten Meister des Lichts, doch sind nur 37 Bilder von ihm überliefert. 2023 widmete ihm das Amsterdamer Rijksmuseum die umfassendste mögliche Werkschau – die während der gesamten Laufzeit ausverkauft war. Der Film lädt das Publikum zu einer privaten Besichtigung ein und taucht unter kundiger Führungen der Kurator:innen ein in Vermeers Welt und Meisterwerke, zu denen Girl with a Pearl Earring, Die Milchmagd und atemberaubende Ansichten seiner Heimatstadt Delft zählen.

Der holländische Maler Jan Vermeer (1632-1675) soll in seinen 43 Lebensjahren nicht viel mehr als die 37 erhaltenen Bilder mit seiner Signatur gemalt haben. 28 davon wurden 2023 im Amsterdamer Rijksmuseum zur grössten Vermeer-Schau aller Zeiten versammelt. Die 450'000 verfügbaren Tickets für die Ausstellung waren in drei Tagen ausverkauft. Der Film von David Bickerstaff vergegenwärtigt so sanft wie schlagend die Gründe für diesen Hype. Vermeer ist einer der subtilsten Meister des Lichts. Von den frühen mythischen und biblischen Motiven über die atemberaubenden Aussen- und Innenansichten seiner südholländischen Heimatstadt Delft bis zu den intimen häuslichen Szenen und späten Allegorien: Vermeer brachte seine Szenerien und Figuren noch raffinierter zum Leuchten, als es die Chiaroscuro-Technik italienischer Vorgänger wie Caravaggio und holländischer Zeitgenossen wie Rubens vorgemacht hatten. Grandios, wie er alltägliche Szenen der Hingabe an die Arbeit, das Lesen oder Verfassen eines Briefes und der Tändelei weltmännischer Offiziere mit hermelingesäumten Bürgerstöchtern zu Rätselspielen über Schlüsselmomente und ihr mutmassliches Vor- oder Nachher machte. Unübertroffen, wie er den Pinselstrich mit dem Auftragen immer neuer, noch feinerer Schichten zum Verschwinden und das Licht aus dem Spiel der Farbnuancen zum Vorschein brachte. Der Meister beflügelt auch seine kommentierenden Kenner:innen und die Filmemacher, die noch tiefer als in anderen Künstlerporträts der englischen Produktionsfirma Seventh Art in das Werk und die Zeit eines grossen Malers eintauchen – zumal Asa Bennetts zurückhaltende Musik der Vermeerschen Welt der bürgerlichen Diskretion perfekt entspricht. Am intensivsten aber die Momente, in denen die Erzählstimme von Robert Lindsay nur mit dichten Beschreibungen der Szenerien deren versteckten Sinnzusammenhang andeutet. Keine Frage, dass hinter derlei Mühelosigkeit viel Arbeit steckt, nur spürt man letztere nicht. Wie bei Vermeer.

Andreas Furler

Empfehlungeno

Filmdateno

Genre
Dokumentarfilm
Länge
90 Min.
Originalsprache
Englisch
Bewertungen
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ØIhre Bewertung7.4/10
IMDB-User:
7.4 (201)
Cinefile-User:
< 3 Stimmen
KritikerInnen:
< 3 Stimmen q

Cast & Crewo

Robert LindsayNarrator
David BickerstaffRegie
David BickerstaffDrehbuch
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