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La Belle et la Bête

Christophe Gans, Frankreich, Deutschland, 2014o

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vzurück

Auf einer beschwerlichen Reise, stolpert ein alter Händler in das magische Revier des Biests, das ihn für den Diebstahl einer Rose zum Tode verurteilt. Eine der Töchter des Händlers, die anmutige und lebensfrohe Belle, bietet an, die Strafe anstelle ihres Vaters anzutreten. Auf dem Schloss des Biestes erwartet sie jedoch nicht der Tod, sondern ein Ort voll Magie und Melancholie. Belle und das Biest kommen sich mit der Zeit näher.

Christophe Gans («Le pacte des loups») verwandelt das Märchen von Charles Perrault in ein üppiges Fest für die Sinne: Überall glitzern und funkeln die Edelsteine, die Stoffe rauschen, und das Schloss des Tiers ragt als berückend albtraumhafte Gothic-Ruine empor. Nur lässt einen die Liebesgeschichte zwischen der zarten Jungfrau und dem melancholischen Monster, die doch zu den berührendsten Stoffen überhaupt gehört, merkwürdig kalt. Es ist, als ob die dekorativen Bilder alle Gefühle von den Figuren abgesogen und in die fantastischen Landschaften und Räume gelegt hätten.

Christine Lötscher

Pompöses Fantasy-Abenteuer von Christophe Gans, der nicht vergessen hat, worum es in dem Märchen ursprünglich ging. Die Coming-of Age-Geschichte von Belle, gespielt von Léa Seydoux, und die unvermeidliche Konfrontation mit dem animalischen Mann, hinter der Maske: Vincent Cassel. Sie wird ihn verstehen, seinen wahren Charakter erkennen; und das im düsteren Märchenwald zwischen lebenden Dornenhecken und verzauberten Spiegeln.

Antonia Mahler

Der gleichnamige Filmklassiker von Jean Cocteau hat Geschichte geschrieben. Nun hat der französische Regisseur Christophe Gans die berühmte „amour fou“ in atemberaubenden Bildern und mit absoluter Starbesetzung zu neuem Leben erweckt. In seiner modernen Adaption einer der schönsten Liebesgeschichten der Welt spielt der französische Kinostar Léa Seydoux (La Vie d'Adèle) die Rolle der Belle, die sich wider Erwarten unsterblich in das Biest, verkörpert von Vincent Cassel (Black Swan), verliebt. Es ist ein modernes Märchen, in dem die über alles triumphierende Liebe eine Botschaft der Hoffnung darstellt.

N.N.

Galerieo

Der Standard, 28.04.2014

Von Michael Pekler

© Alle Rechte vorbehalten Der Standard. Zur Verfügung gestellt von Der Standard Archiv
SRF, 30.04.2014
«La Belle et la Bête» versucht, Hollywood Konkurrenz zu machen

Die Regie-Legende Jean Cocteau hat mit seiner Version von der Schönen und dem Biest Filmgeschichte geschrieben. Jetzt kommt eine Neuverfilmung. Das Volksmärchen als Gruselschocker. Gewagt. Denn alles, was bisher auf Cocteau folgte, scheiterte. Ob Disney-Zeichentrick oder TV-Serie.

Von Anette Scharnberg

Der Name des Regisseurs von «La Belle et la Bête» lässt aufhorchen: Christophe Gans. Der französische Filmemacher, Produzent und Drehbuchautor, von Haus aus eingefleischter Fantasy-Spezialist, gehört neben Luc Besson zu jenen französischen Filmschaffenden, die sich wenig um das Autorenkino scheren. Sie träumen stattdessen vom französischen Mainstream-Lichtspektakel mit Blockbuster-Qualitäten, das mit der amerikanischen Traumfabrik konkurrieren kann. Tatsächlich feierte Gans mit seinem Kinofilm «Le Pacte des loups» (2001) in den USA einen Achtungserfolg.

Grosse Fussstapfen

Nun hat der Fantasy-Fan Gans sich den Filmstoff vorgenommen, der bereits von prominenteren französischen Regisseuren auf die Leinwand gebracht wurde. 1946 verfilmte Jean Cocteau die Geschichte um einen Vater, der die jüngste Tochter an ein unansehnliches Biest verliert, das sich schliesslich als verwunschener Prinz entpuppt. Cocteau gewann mit seiner Fassung von «La Belle et la Bête» – frei nach der Erzählung von Jeanne-Marie Leprince de Beaumont aus dem 18. Jahrhundert – den Prix Louis Delluc. Cocteaus Film gilt heute als Vorläufer des Fantasy-Genres.

Umso höher sind die Erwartungen an Christophe Gans, der mit Jérôme Seydoux einen einflussreichen Produzenten an seiner Seite hat. Seydoux – Chef von Pathé, dem wichtigsten Verleih und der wichtigsten Produktionsfirma des französischen Kinos – besetzte die Rolle der Belle mit der eigenen Enkelin, dem neuen Star an Frankreichs Kino-Himmel: Léa Seydoux.

Fehlgriffe beim Casting

Doch hier genau beginnen die Schwierigkeiten: Zwar hat Grosstochter Léa bereits in etlichen Filmen ihr Talent bewiesen, unter anderem in der Schweizer Produktion «L'enfant d'en haut» unter der Regie von Ursula Meier (Koproduktion SRF und Gewinner des Schweizer Filmpreises 2012).

Meist überzeugt Seydoux in ihren Hauptrollen als charakterstarke, oft burschikose Frau, die sich durchs Leben schlägt. Sicher, auch als Belle muss Seydoux den Kopf über Wasser halten. Fragil wirkt sie dabei selten, dafür zu oft deplatziert.

Ein echter Fehlgriff ist die Besetzung des Prinzen mit Vincent Cassel, der als Mensch ebenso verschlagen und hinterhältig wirkt wie als Biest, und dummerweise in beiderlei Gestalt eine ähnliche Behaarung vorweisen kann. Der Höhepunkt der Geschmacklosigkeit schliesslich wird am Zugeständnis sichtbar, das man an den deutschen Koproduzenten zollte: Es heisst Yvonne Catterfeld. Sie bekleidet die Rolle der Verflossenen des Biestes und langweilt mit dem immergleichen makellose Allerweltsgesicht.

Trickreich, aber leer

Generell: Der Film will viel und schiesst über das Ziel hinaus. In beinahe allen Action-Szenen schielt Regisseur Gans Richtung Hollywood – und vernachlässigt die innere Logik seines Films und damit das um Verständnis bemühte Publikum. Pompös und trickreich inszenierte steinerne Riesen stürzen durch den Garten des entstellten Prinzen – einzig um des Spektakels Willen – und damit ins Leere.

Pompös kommt die Schöne mit ihrem Biest daher. Auf langer Strecke bleibt das Spektakel im sinnentleerten Getöse stecken. Die Sehnsucht nach Cocteaus zurückhaltenden, poetischen Schwarzweiss-Bildern überwiegt. Am Ende siegt die Gewissheit: Ihr süssen 4-, 5-, 6- und 7-Jährigen, Ihr frechen 10-, 11- und 12-Jährigen, Ihr pubertierenden 13-, 14- und 15-Jährigen – Ihr verpasst so rein gar nichts!

© Alle Rechte vorbehalten SRF. Zur Verfügung gestellt von SRF Archiv
02.05.2014
„Glauben Sie nicht, dass das Leben grausam ist?“

Vincent Cassel spielt im Kino meistens die harten, die bösen Jungs. Jetzt ist ausgerechnet er in einem Märchen zu sehen. Ein Gespräch über Träume, Krisen, das nervige Berlin – und französische Liebesgeschichten, die immer damit enden, dass der Blumenhändler mit der Sekretärin schläft.

Von Lena Bopp

Das Auffälligste an Vincent Cassel ist diese Spannung. Er sitzt, in einen hellblauen Pullover gekleidet, auf dem Sofa in einem Hotel in Paris und wirkt, als wäre er jeden Moment in der Lage, einfach aufzuspringen. Nicht, dass er ungehalten wäre. Im Gegenteil, er ist aufmerksam und freundlich, und doch lauert hinter dieser wohlerzogenen Art eine Unruhe, die ihn fremd wirken lässt in dem edel eingerichteten Raum, in dem er Rede und Antwort zu seinem neuem Film steht.

Vincent Cassel ist 47 Jahre alt und ein Schauspieler, der lieber spielt als redet - vor allem spielt er gerne bad guys: Er gab beispielsweise den schillernden Verbrecher Jacques Mesrine (in „Public Enemy No. 1“), einen sadistischen Balletttrainer (in „Black Swan“) und ein verlorenes Vorstadtkind (in „Hass“). Er war aber auch schon als tougher Kommissar in „Die purpurnen Flüsse“ zu sehen und als George Clooneys charmanter, am Ende aber unterlegener Gegenspieler in „Ocean’s 12“. Jetzt spielt er in „Die Schöne und das Biest“ zu sehen, einem Film, der in dieser Woche in den deutschen Kinos anläuft und der ein quietschbuntes, von Tausenden Schmetterlingen und Blumen bevölkertes Wohlfühl-Epos geworden ist.

Monsieur Cassel, Sie haben mal gesagt, Sie wollen, dass die Zuschauer bei Ihren Filmen nie sicher sein können, was sie erwartet. Bei Ihrem neuen Film „Die Schöne und das Biest“ ist die größte Überraschung, dass Sie überhaupt mitspielen. Wieso tun Sie das?

Ja, das ist eher ein Film für Familien, er ist leichter zugänglich als andere. Das war die Wette, die wir von Anfang an eingegangen sind. Bei dem, was heute in Frankreich passiert, glaube ich, dass es wichtig ist, einen Film wie diesen zu machen, der eine Wette eingeht. Wir sind ja im Moment nicht in einer sehr ambitionierten Phase in Frankreich; jeder versucht zu beschützen, was er hat.

Beziehen Sie das aufs französische Kino?

Das Kino spiegelt da nur die Realität wider. Die Leute ziehen sich sehr zurück, man spricht viel von Rassismus und gibt die Schuld immer den anderen - wer etwa mehr verdient, ist zwangsläufig ein Schuft. Und da denke ich, wenn in einer solchen Phase ein Film mit einem so gewagten Einsatz herauskommt wie dieser. . .

Was ist denn gewagt an diesem Film?

Vierzig Millionen Euro.

Für eine Geschichte, die tausend Mal erzählt worden ist.

Nicht tausend Mal, es gibt nur zwei Filmversionen, eine von Cocteau, die aus unserer Generation so gut wie niemand gesehen hat, und eine von Disney.

Aber „Die Schöne und das Biest“ ist doch eine Geschichte, die jeder aus anderen Zusammenhängen kennt, sei es aus der Literatur oder aus Musicals.

So, wie die Geschichte jetzt erzählt wird, kannte ich sie nicht. Die Version vom Disney ist zum Beispiel ganz anders als unsere. Wissen Sie, die Leute gehen sich häufig etwas ansehen, was sie schon kennen. Wenn etwas zu speziell ist, bleiben sie lieber draußen. Es gab Filme, die unglaublich viel Zeit brauchten, bis man sie anerkannte, weil die Leute keinen Zugang zu ihnen fanden. Wenn aber eine Produktion von dieser Dimension einen Klassiker wie „Die Schöne und das Biest“ wiederaufnimmt, bringt das die Leute, anders als man meinen könnte, viel eher ins Kino: „Ah, ,Die Schöne und das Biest‘, das kenne ich!“ Ich glaube, in schwierigen Zeiten wie diesen ist es das, was man sehen will. Man hat Lust zu träumen. Man hat Lust . . .

Sich das Herz zu wärmen.

Ja. In Krisenzeiten will man keinen Film über einen Typen sehen, der durchs Leben taumelt und sich am Ende umbringt, weil er alles verloren hat.

Glauben Sie das wirklich?

Auf jeden Fall. Alle Filme, die ein bisschen traurig sind, haben es im Moment schwer.

Und wenn Ihr Film keinen Erfolg hat?

Dann sitzen wir in der Scheiße. Und zwar nicht nur wir, die wir diesen Film gemacht haben, sondern die ganze Industrie.

Na ja, Sie persönlich werden wohl keinen großen Schaden davontragen.

Doch, doch, gerade in diesen Zeiten sucht man dann immer nach Schuldigen. Wenn man auf den Werbeplakaten eines solchen Films abgebildet ist, dann ist es jedenfalls besser, wenn es gut läuft.

„Die Schöne und das Biest“ ist ein Märchen. Glauben Sie, dass man im Kino Liebesgeschichten, die ein gutes Ende haben, nur in Form von Märchen erzählen kann?

Nein, wieso? Und was soll das heißen, er hat ein gutes Ende?

Der Film hat ein klares Happy End.

Stimmt, die Geschichte endet gut, aber sie ist ja nicht zu Ende. Die beiden küssen sich, haben zwei kleine Kinder, die schon im Bett liegen - und dann?

Das sagt der Film nicht.

Aber nur, weil der Film zu Ende ist, muss das ja nicht heißen, dass die Liebesgeschichte gut ausgeht. Ich weiß, das klingt seltsam, verzeihen Sie, aber dennoch: Auch nach dem Ende des Films geht die Liebesgeschichte weiter.

Und würde es Sie nicht interessieren, so eine Geschichte mal zu Ende zu erzählen?

Man müsste ein Drehbuch haben. Was sollte danach passieren?

Na ja, in gewisser Weise haben Sie ja recht, denn im wahren Leben gäbe es eine Fortsetzung. Sie heiraten, bekommen Kinder und dann?

Das könnte ein sehr französischer Film werden: Sie heiraten, bekommen Kinder, leben in einem Appartement in Boulogne, sein Blumengeschäft läuft nicht besonders gut, und dann fängt er an, mit seiner Sekretärin zu schlafen.

Genau, das ist doch interessant!

Es wäre auf jeden Fall viel billiger.

Aber im Ernst: Wäre ein klassisches Liebesdrama nichts für Sie?

So wie wir beide es jetzt entworfen haben, interessiert es mich nicht so.

Warum nicht?

Ich weiß nicht, es langweilt mich.

Sind Liebesgeschichten in Form von Märchen weniger langweilig?

Ein Film kann unabhängig davon gelingen, ob er ein Märchen ist oder nicht. Die Fortsetzung mit dem daniederliegenden Blumenladen und der Sekretärin zum Beispiel - warum nicht? Wenn es von Claude Sautet verfilmt wird. Okay, Claude Sautet ist tot, das wird schwierig. Aber zum Beispiel von Gaspar Noé, das könnte nicht schlecht sein. Es ist eine Frage des Blickwinkels, das stelle ich immer öfter fest. Anders, als ich es nämlich so oft gehört habe, dass das Wichtigste ein gutes Drehbuch sei, denke ich, dass so gut wie jede Geschichte interessant sein kann, wenn sie von jemandem erzählt wird, der weiß, wie man erzählt. Deswegen ist der Regisseur für mich die wichtigste Person in einem Film.

Ihre Filme haben häufig eine sehr physische Komponente.

Das höre ich oft, aber ich verstehe nicht, was das heißen soll. Ich weiß nicht, wie man ein nicht-physischer Schauspieler sein soll.

In vielen Ihrer Filme bedeutet „physisch“ so etwas wie grausam.

Glauben Sie denn nicht, dass das Leben grausam ist?

Nicht in dem Sinn, wie man es beispielsweise in „Public Enemy No. 1“ sieht.

Sind Sie da sicher? Wir sind soziale Wesen. Man bringt uns bei, „Danke“ und „Bitte“ zu sagen, aber wenn man sich mal konkret ansieht, was geschieht; wenn man sich das Verhalten der Politiker ansieht, die Liberalisierung der Märkte mit allem, was das an Folgen für die Länder zum Beispiel der dritten Welt mit sich bringt - das ist von einer ständigen, unglaublichen Grausamkeit. Uns geht es gut. Sie leben in Frankfurt, ich in Paris, wir sind auf der guten Seite des Äquators. Ich bin zumindest sehr privilegiert schon seit Jahren, ich mache Kino, stellen Sie sich das vor! Ich weiß nicht mehr, wer das gesagt hat: „Die wirklich großen und schönen Geschichten werden mit Blut, Sperma und Tränen geschrieben.“ Das ist ein bisschen derb, aber wenn man mit diesen Dingen nicht wenigstens flirtet, wenn man nur süße und nette Dinge erzählt, sehen Sie . . . (Er macht eine wegwerfende Handbewegung.)

Der Film ist in Babelsberg gedreht worden, vor grünen Wänden, auf die erst hinterher die bunte Szenerie gebeamt wurde. Ist es nicht schwierig, vor solchen grünen Wänden zu spielen?

Wenn ich hier mit Ihnen rede, schaue ich ja auch nicht die ganze Zeit das Sofa und die Deko an.

Das ist doch etwas ganz anderes.

Wieso, die Umgebung spielt doch keine Rolle. Wir könnten dieses Gespräch auch an einem vollkommen grünen Ort führen, das würde gar nichts ändern.

Wir drehen aber keinen Film.

Aber wir sind trotzdem in einer Situation, in der wir beide etwas repräsentieren. Wir haben uns ja nicht auf der Straße getroffen, und ich bin nicht dabei, Sie zu verführen. Sie arbeiten gerade, Sie sind die Reporterin.

Ja richtig, aber ich spiele keine Rolle, ich bin Reporterin.

Ja, und ich bin das Biest in dem Moment, in dem ich das Biest spiele. Jetzt ist es dasselbe, ich spiele keine Rolle, aber ich befinde mich in der Situation des Schauspielers, der mit einer Reporterin spricht. Was ich sagen will: Was um uns herum ist, spielt keine Rolle, es ist uns egal, das Wichtigste ist nicht das Dekor, sondern die Situation. Man spielt die Situation. Danach beginnt eine andere Arbeit. Es war übrigens sehr interessant, bei dem Film zu sehen, wie danach überall Blumen wuchsen und Schmetterlinge vorbeiflogen - alles ist falsch in dem Film, das ist das Verrückte. Sogar die Augen der Kinder am Ende - sie haben die ganze Zeit in die Kamera geschaut -, sogar das haben sie korrigiert.

Als Sie gedreht haben, war gerade Winter. Und Sie haben mal gesagt, dass Berlin im Winter, gerade wenn man kein Techno mag und kein Ecstasy mehr nimmt...

Dass einem die Stadt dann schnell auf die Nerven geht?

Ja.

Ja, das ist leider ein bisschen meine Meinung. Sehen Sie, ich lebe in Rio de Janeiro, und zwischen Rio und Berlin liegt schon eine Welt. Ich bin viel mehr in dieser Latino-Stimmung zu Hause, das Warme, Farbige, der Rhythmus.

Das Techno-Berlin, das Sie beschreiben, erinnert mich eher an das Berlin der neunziger Jahre.

Ja, vielleicht habe ich auch einen etwas verdrehten Blick darauf.

Sie leben also in Rio, aber Sie haben doch zeitweise auch in Paris, Rom und London gelebt. Wo fühlen Sie sich zu Hause?

In Rio und in Paris.

Und in London?

Weniger.

In Rom?

Weniger. Ich mag Italien sehr, aber ich finde, man kann dort nicht leben. Die Italiener haben das Wort „Paparazzo“ erfunden, und sie sind wirklich hart, was das angeht. Es gibt überhaupt keinen Respekt gegenüber dem Privatleben von irgendjemandem.

Ist das anders in Paris?

Ja, in Paris fühle ich mich freier.

© Alle Rechte vorbehalten Frankfurter Allgemeine Zeitung. Zur Verfügung gestellt von Frankfurter Allgemeine Zeitung Archiv
A.V. Club, 21.09.2016

Von Ignatiy Vishnevetsky

© Alle Rechte vorbehalten A.V. Club. Zur Verfügung gestellt von A.V. Club Archiv
Libération, 10.02.2014
En somme

Casting de luxe et effets spéciaux omniprésents pour cette énième version du fameux conte.

Von Olivier Séguret

Ce n’est pas cette nouvelle transposition de la Belle et la Bête sur grand écran qui éclaircira l’énigme durable que Christophe Gans représente dans le paysage du cinéma français, pourtant baroque et bien fourni en zèbres. Disant cela, on a aussi vendu la mèche du principal problème que pose ce film : il est moins intéressant que son cinéaste.

Pourtant, le travail est là. L’adaptation du conte de Gabrielle-Suzanne de Villeneuve, que Gans cosigne avec Sandra Vo-Anh, propose une actualisation assez originale du mythe de la Belle et la Bête sans chercher du tout à le moderniser. En ressuscitant dans le fil du récit certains épisodes sciemment occultés ou laissés en friche par Jean Cocteau (comme par Disney), en laissant s’inviter ailleurs des inventions propres et parfois très personnelles, Christophe Gans parvient en tout cas à régénérer sa matière et à lui donner le goût d’une certaine fraîcheur, sinon celui de la nouveauté.

Artificier

Parmi les pierres que Gans apporte à l’édifice mythologique, signalons notamment l’impressionnante figure de géant minéral, colosse rocheux qu’on croirait échappé d’un jeu de Fumito Ueda. Signalons aussi la vastitude extraordinaire d’un château quasiment organique, labyrinthe d’architectures légendaires et enchevêtrées de jungle. Signalons enfin le bel épisode de la biche dorée, sans doute le moment le plus vibrant d’un film qui cherche par ailleurs à maintenir un curieux équilibre entre les émotions et leurs antidotes immédiats : la distance, l’ironie, le second degré. Au service de ces visions, Christophe Gans déploie comme à son habitude un grand numéro d’artificier obsessif, d’artisan brillant, mais aussi d’enfant prolongé, encore sincère dans sa façon de s’abandonner à ses pulsions scopiques.

Tendre

Ses épaules larges et sa technique éprouvée n’ont pourtant pas protégé le cinéaste, qui peine régulièrement à mener à leur terme ses projets : huit ans, déjà, depuis Silent Hill, son dernier film… A la fois trop tendre dans la construction de ses personnages, d’une complexité psychologique allusive et obsédé de maîtrise, Christophe Gans semble toujours reporter à plus tard le grand film dont on persiste à le soupçonner capable.

Car, au fond, la seule question qui nous vient après la Belle et la Bête, c’est : pourquoi ? Pourquoi ajouter une neuvième version à ce mythe certes charmant, mais épuisé (on annonce pour bientôt une dixième tentative, signée Guillermo del Toro, où Emma Watson ferait la Belle) ? Même son casting, a priori intrigant, semble construit autour de la seule «valeur» internationale de ses deux stars, Léa Seydoux et Vincent Cassel, qui s’avèrent minimalement impliqués à l’écran. A l’image, c’est vrai, la Belle et la Bête en jette parfois. Mais sa façon d’en mettre plein la vue contraste avec son impuissance à nourrir, aussi bien que nos yeux, notre crâne, notre cœur ou notre ventre.

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lecritiquedepoche.com, 09.02.2014
Interview de Christophe Gans et Léa Seydoux

Von Christophe Berthemin

Pour la neuvième adaptation du conte de Madame de Villeneuve publié en 1740, c’est le cinéaste Christophe Gans qui se retrouve aux commandes de La Belle & la Bête. Habitué à poser des univers visuels forts dans ses précédents films, tout a été fait pour que cette version soit aussi populaire que spectaculaire. Entre un déluge d’effets spéciaux n’ayant rien à envier aux projets internationaux et un duo d’acteurs efficace, Gans se donne les moyens pour tenter de prouver qu’en France, on peut aussi utiliser notre héritage culturel et faire dans le Cinéma épique et romanesque. L’équipe du film est venue nous en parler lors d’une conférence de presse organisée par Ladurée.

N’est-ce pas trop difficile de s’attaquer à une nouvelle adaptation de La Belle & la Bête quand on connaît l’engouement du public pour les précédentes versions ?

Christophe Gans: Si, c’était galvanisant, d’autant plus que j’ai vu la version de Cocteau quand j’avais 5 ou 6 ans et que c’était une expérience sensorielle. Quand on voyage dans le Monde, on se rend compte que Cocteau est l’incarnation française d’une forme de dandysme, comme Gainsbourg. Néanmoins, je savais les endroits où il n’était pas allé dans son film et nous sommes allés vers ces portes ouvertes. J’ai toujours été frustré par le fait que la malédiction de la Bête ne fasse dans son film l’objet que d’une seule ligne de dialogue. Pour moi, il avait forcément commis un crime et blasphémé, donc je voulais savoir quelle était cette malédiction. C’est à partir de cet élément que nous avons construit l’arborescence du film.

Léa, quel rapport entreteniez-vous avec cette histoire avant de savoir que vous seriez la Belle de Christophe Gans ?

Léa Seydoux  J’ai beaucoup vu le film de Cocteau quand j’étais enfant donc cet univers m’était déjà familier. Christophe ne savait d’ailleurs pas à quel point ce conte avait une signification importante pour moi. C’est un personnage proche de mon enfance. J’avais moi aussi cette envie de partir vivre ma vie rapidement et cette histoire m’a enseignée beaucoup de choses. C’est avant tout l’histoire d’une fille qui devient une femme.

Et vous Christophe, qu’est-ce qui vous a motivé à faire appel à Léa Seydoux et Vincent Cassel pour les rôles-titres ?

CG: Léa n’avait jamais vu un de mes films et moi je l’ai découvert dans le Robin des Bois de Ridley Scott, que j’admire. Elle avait une vraie intensité dans son rôle. J’ai donc écrit pour elle. Quant à Vincent, c’est un ami et nous avions travaillé sur plusieurs projets. En France, nos acteurs sont des modèles uniques alors que les américains déclinent les leurs, comme un Brad Pitt décline en Ryan Gosling. Alors quand il s’agit de camper quelqu’un qui est resté trois siècles sous l’apparence d’une Bête, il n’y a que Vincent pour faire ça. En plus d’être un acteur puissant, il a de grandes capacités physiques. Je sais aussi qu’il avait envie de faire enfin un film qu’il pourrait montrer à ses deux petites filles.

Votre film évoque une certaine mythologie de la Nature comme divinité. C’était important pour vous ?

CG: On se pose souvent la question de savoir si la divinité est dans la Nature ou dans l’Homme. Pour moi, ce débat de la Nature divine est très moderne et me touche. Quelqu’un que j’aime beaucoup comme Miyazaki aborde aussi ce sujet dans ses films. Je suis pour la cause animale et donc dans l’histoire d’une femme qui aide une créature, je projette bien des choses auxquelles je crois.

Vous êtes à la pointe de la technologie avec ce film rempli d’effets spéciaux. C’est un domaine dans lequel vous vous sentez à l’aise ?

CG: Armé d’une technologie, je suis plutôt le trait d’union entre le regard des acteurs et celui du public. Car je ne pense qu’au public quand je fais un film. Aussi, le numérique permet aux acteurs d’avoir une grande souplesse de jeu. On ne perd pas la beauté de l’artisanal avec les effets spéciaux numériques, on évite juste à un acteur d’être couvert de glue sous son masque à 4 heures du matin (rires). Mais si cet univers n’existe pas dans le jeu des comédiens, ça ne marchera pas. C’est pourquoi un acteur seul sur scène avec une chaise peut très bien jouer La Chute de l’Empire Romain. L’histoire du film est traditionnelle et c’est important de regarder vers le passé pour construire le cinéma de demain.

André Dussollier: Quand je voyais sur le tournage Léa marcher sur un pont, je n’imaginais pas que ce qui serait rajouté serait aussi merveilleux. On se sent comme un spectateur alors que d’habitude, on n’a pas vraiment la distance nécessaire car on connaît la partition.

Léa, à peine sortie du battage autour de La Vie d’Adèle, comment vous sentez-vous aujourd’hui ?

LS: Ça a été une expérience plutôt intense donc je suis vraiment contente de défendre aujourd’hui tout public dans lequel je suis une princesse.

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Interview avec Léa Seydoux
/ Nostalgie Belgique
fr / 12.02.2014 / 6‘43‘‘

Commentaire Making of et Casting
/ France Net Infos journal
fr / 27.01.2017 / 5‘49‘‘

Filmdateno

Synchrontitel
Die Schöne und das Biest DE
Beauty and the Beast EN
Genre
Fantasy, Liebesfilm
Länge
112 Min.
Originalsprache
Französisch

Cast & Crewo

Vincent CasselLa bête
Léa SeydouxLa belle
André DussollierBelle's father
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Bonuso

iGefilmt
Interview avec Léa Seydoux
Nostalgie Belgique, fr , 6‘43‘‘
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Commentaire Making of et Casting
France Net Infos journal, fr , 5‘49‘‘
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gGeschrieben
Besprechung Der Standard
Michael Pekler
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Besprechung SRF
Anette Scharnberg
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Interview mit Vincent Cassel
Frankfurter Allgemeine Zeitung / Lena Bopp
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Besprechung A.V. Club
Ignatiy Vishnevetsky
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Besprechung Libération
Olivier Séguret
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Interview avec Christophe Gans et Léa Seydoux
lecritiquedepoche.com / Christophe Berthemin
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