r La leyenda del tiempo
Isaki Lacuesta, Spanien, 2006o
Eigentlich ist dieser Film eine Hommage an den legendären Flamencosänger Camarón de la Isla, dessen Album "La leyenda del tiempo" dem Film seinen Titel schenkt. Daraus entwickeln sich parallel zwei Geschichten: der Übergang in die Adoleszenz von Isra, der seit der Ermordung seines Vaters nicht mehr Flamenco singen will und von weiten Reisen fern der Heimat träumt, sowie die Geschichte von Makiko, einer jungen Japanerin, die nach Andalusien reist, um Gesangsunterricht zu nehmen und zu lernen, ihre Gefühle auf eine neue Weise auszudrücken.
Im Jahr 2006 drehte der baskische Regisseur Isaki Lacuesta auf der Landzunge von Cádiz diesen ersten Teil eines großen Familiendramas rund um Flamenco und Zigeuner, das sich zwischen Dokumentarfilm und Spielfilm bewegt und das er 2018 mit Entre dos aguas fortsetzte. Im Mittelpunkt steht der Junge Isra, der nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters als Erwachsener seinen eigenen Weg sucht und keck ein älteres Mädchen umwirkbtt. Der junge Laiendarsteller Israel Gómez Romero, seine Familie und seine Freunde spielten grösstenteils sich selbst und verliehen Lacuestas eindringlichen Bildern vom harten Leben dieser Randgruppen eine unwiderstehliche Eindringlichkeit. Der zweite Teil, Entre dos aguas, ist ebenfalls auf cinefile verfügbar.
Andreas FurlerOriginally pitched and shot as if it were a documentary, Lacuesta's work nevertheless thrives on its carefully composed cinematography and its heartfelt performances, even if everyone plays themselves.
Boyd van Hoeij
