r The Great Dictator

Charles Chaplin, USA, 1940o

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Diktator Adenoid Hynkel träumt davon, die Welt zu beherrschen, regiert unbarmherzig sein Reich Tomania und lässt Juden durch seine Schergen verfolgen. Ein jüdischer Friseur, der Hynkel ungewöhnlich ähnelt, setzt sich mutig gegen die Übergriffe zur Wehr und wird zum Opfer der Kriegshetze. Als ihm die Flucht aus dem KZ gelingt, wird er prompt mit Hynkel verwechselt.

Der Ernst der Lage war unübersehbar, als Charlie Chaplin zum Tonfilm überging. Mitten im Zweiten Weltkrieg ergriff der Schauspieler und Regisseur, der sich lange gegen das Zeitalter des Tonfilms gesträubt hatte, das Wort, um für Frieden und Demokratie einzustehen. Die Szene ist legendär: Ein verfolgter jüdischer Friseur, der mit dem Diktator von Tomanien verwechselt wird, soll vor dem Einmarsch in Österlich zu den Truppen sprechen – und entdeckt plötzlich eine Redekunst in sich, die der Barbarei ein Ende setzt. Man hat schon für kleinere Anliegen die grosse Bühne betreten. Mehr als eine Komödie, ist The Great Dictator ein letzter Appell an die Menschlichkeit in einer Zeit, der es daran schmerzlich mangelte. Zunächst rechnet Chaplin mit Hitler und Mussolini ab, die er zu Hynkel – den er selbst verkörpert – und Napaloni umtauft. Wenn Hynkel öffentlich spricht, quillt aus seinem Mund ein hasserfülltes Kauderwelsch aus Englisch und Deutsch. Napaloni wiederum liebt es, sich wie ein überdrehtes Kind auf dem Pausenhof in Szene zu setzen. Die schönste und faszinierendste Figur des Films ist jedoch der jüdische Friseur, ebenfalls von Chaplin gespielt, dessen verblüffende Ähnlichkeit mit Hynkel bis zum Schluss unbemerkt bleibt. Der Film beginnt mit Bildern des unbeholfenen Mannes als Soldat im Ersten Weltkrieg. Eine Verletzung stürzt ihn in Amnesie, aus der er erst Anfang der 1930er Jahre erwacht. Nicht ahnend, dass seine Heimat inzwischen unter der Knute eines Tyrannen und Judenverfolgers steht, nimmt der Friseur sein altes Leben wieder auf, als wäre nichts geschehen. Seine Naivität wandelt sich bald in Mut, und im Ghetto wird er zu einer bewunderten Gestalt. Während Chaplin seiner Nachbarin näherkommt (gespielt von Paulette Goddard, die im gleichen Jahr von Chaplin geschieden wurde), schenkt der Film dem Publikum eine der schönsten Verliebtheitsszenen der Filmgeschichte. Ermutigt, einen Schönheitssalon zu eröffnen, übt der Friseur an der Frau, die er heimlich liebt. Ganz benommen beginnt er, ihr einen imaginären Bart zu rasieren. Später flüstert ihm die von ihm verschönerte Goddard zu, er wäre ein schöner Mann, wenn er nur etwas besser auf sich achten würde. Macht Liebe, nicht Krieg – auch dafür hat es sich gelohnt, das Wort zu ergreifen.

Émilien Gür

Chaplin ist die überragende Figur in der Geschichte des Kinos - mit seiner Komik hat er das Kino in die Geschichtsbücher gebracht, und hier - in seinem vernichtenden komischen Spott über Adolf Hitler und seiner Verurteilung des hasserfüllten und weltbeherrschenden Wahnsinns des Tyrannen - wird seine Komödie zu einem Akt von grosser historischer Bedeutung.

Richard Brody

Das teutonisch angehauchte Kauderwelsch ist längst zum Erkennungszeichen des erfolgreichsten Chaplin-Films aller Zeiten geworden. The Great Dictator hat entgegen vieler Befürchtungen schon bald nach der Premiere seinen Siegeszug rund um den Globus angetreten. Es war der erste amerikanische Film, der gegen Nazi-Deutschland unmissverständlich Position bezog.

Marli Feldvoss

Dazu passen:o

Filmdateno

Synchrontitel
Der grosse Diktator DE
Le Dictateur FR
Genre
Komödie
Länge
124 Min.
Originalsprache
Englisch
Bewertungen
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ØIhre Bewertung8.4/10
IMDB-User:
8.4 (259462)
Cinefile-User:
< 3 Stimmen
KritikerInnen:
< 3 Stimmen

Cast & Crewo

Charles ChaplinHynkel - Dictator of Tomania / A Jewish Barber
Jack OakieBenzini Napaloni
Reginald GardinerCommander Schultz
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