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Touch Me Not

Adina Pintilie, Frankreich, Rumänien, Deutschland, Tschechische Republik, Bulgarien, 2018o

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An der Grenze zwischen Realität und Fiktion folgt "Touch Me Not" der emotionalen Reise von Laura, Tómas und Christian, die ihre Sexualität bei einem gemeinsamen Projekt erforschen wollen. Eine intime Expedition, in der sich die Barrieren zwischen Mann und Frau, „normal“ und „anders“ auflösen.

Der Film wurde am der Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet: zu Recht. Pintilies Neugier für alle Spielarten des Begehrens produziert mitunter verstörende Momente; als Zuschauerin muss man immer wieder einen Widerstand überwinden. Wundersamerweise werden wir aber nicht zu Voyeuren -- vielmehr öffnet sich eine neue Sicht auf den Menschen als unbekanntes Wesen.

Christine Lötscher

Es gibt Filme, die sollte man sehen. Nicht weil sie irgendwann mal zum feinen Club der Dinge gehören werden, die man gesehen haben sollte, um Bildung zu simulieren, sondern weil sie etwas machen, das wichtig ist. Dieser semidokumentarische Essayfilm von Adina Pintilie über die in unseren Körpern wirkenden Ängste und Lüste gehört zu dieser Kategorie. Manchmal erstickt er ein bisschen am eigenen Ernst, aber Sex ist nun mal eine ernste, unendlich komplizierte Angelegenheit. Auf der Berlinale gab's dafür den Goldenen Bären.

Philipp Bovermann

Ce qui se dit par ailleurs durant plus de deux heures n’échappe pas à une grande banalité. Touch Me Not a néanmoins obtenu l’Ours d’or au Festival de Berlin cette année.

Jean-François Rauger

A la frontière entre fiction, documentaire et arts visuels, ce Sexe, mensonge et vidéo roumain dérange aussi, dans le bon sens du terme, par sa mise en scène élaborée.

Jérémie Couston

Galerieo

Variety, 22.02.2018

Von Jay Weissberg

© Alle Rechte vorbehalten Variety. Zur Verfügung gestellt vom Variety Archiv
Broadly, 07.11.2016

Von Sirin Kale

© Alle Rechte vorbehalten Broadly. Zur Verfügung gestellt vom Broadly Archiv
24.02.2018
Dieser Film hat seinen Goldenen Bären mehr als verdient

Der rumänische Film "Touch Me Not" hat auf der Berlinale zurecht den Goldenen Bären gewonnen. Anfangs verstört der Film seine Zuschauer - nur, um sie dann umso mehr zu berühren.

Von Tobias Kniebe und David Steinitz

Die Jury der Berlinale schickt in diesem Jahr eine starke Botschaft an die Welt. Sie vergibt den Goldenen Bären an "Touch Me Not" und möchte damit ein möglichst großes Kinopublikum in den rumänischen Film von Adina Pintilie locken. Was das bedeutet, erklärt man am besten mit einer frühen Szene dieses Films: In einem klinisch weißen, superhell ausgeleuchteten Raum sieht man einem Workshop zu, bei dem behinderte und nichtbehinderte Menschen lernen sollen, sich zu berühren.

Das Betasten des Gesichts ist angesagt. Die Kamera nähert sich also, in gnadenlos scharfer Digitalauflösung, dem Protagonisten Christian. Dessen Körper ist durch eine spinale Muskelatrophie zu einem winzigen Bündel nutzloser Gliedmaßen geschrumpft. Speichel läuft ihm aus dem Mund, den er nicht schließen kann. Drei sehr steile, angefaulte Zähne ragen heraus. Sein Workshop-Partner spricht für die meisten Betrachter, als er über seine Gefühle reden soll: Er kann kaum hinsehen - und die Aufgabe, dieses Gesicht zu berühren, löst starke Fluchtreflexe in ihm aus.

Ein Bärenhauptgewinner, der starke Fluchtreflexe auslöst? Klingt das nicht wieder nach einem Zerrbild brotloser Berlinale-Filmkunst, die am Ende niemand sehen will? Auch die Gesamtbeschreibung des Films macht es nicht unbedingt besser: Mehrere Protagonisten, die alle ihre Probleme mit Intimität und Berührung haben, erkunden in dokumentarisch-realen Konfessionen ihre Ängste und Hemmungen und unperfekten Körper bis in die letzte Pore vor der Kamera.

Jurypräsident Tom Tykwer jedenfalls scheint sich der Herausforderung bewusst zu sein, die in dieser Entscheidung steckt. Er und seine Mitjuroren wollten auch zeigen, wo sich das Kino noch hinbewegen könne, sagte er bei der Preisverleihung am Samstagabend in Berlin. Und das tun sie: Ihre mutige Wahl wird vollkommen nachvollziehbar, wenn man den Fluchtreflexen nicht zu schnell nachgibt.

"Touch Me Not", der erste Langfilm einer bisher fast unbekannten Regisseurin, schafft es in zwei Stunden, unseren Blick auf den schwerstbehinderten Christian und einige seiner anderen Figuren umzudrehen. Man verlässt das Kino nicht mehr so, wie man hineinging, aber dazu später noch mehr - es gibt ja doch noch andere Preise zu würdigen, die keineswegs alle Herausforderungen sein sollten.

© Alle Rechte vorbehalten Süddeutsche Zeitung. Zur Verfügung gestellt vom Süddeutsche Zeitung Archiv
24.02.2018

Von Verena Lueken

© Alle Rechte vorbehalten Frankfurter Allgemeine Zeitung. Zur Verfügung gestellt vom Frankfurter Allgemeine Zeitung Archiv
Interview with Adina Pintilie
/ Teddy Award
en / 22.02.2018 / 19‘50‘‘

Berlinale Press Conference Highlights
/ Berlinale
en / 22.02.2018 / 05‘04‘‘

Touch in early human development
Janet Courtney / TED Talks
en / 19.09.2013 / 10‘39‘‘

Filmdateno

Genre
Drama
Länge
125 Min.
Originalsprachen
Deutsch, Englisch
Bewertungen
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Øk.A.
IMDb
k.A.

Cast & Crewo

Tómas LemarquisTudor
Laura BensonLaura
Christian BayerleinChristian
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gGeschrieben
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Can You Go Crazy from a Lack Of Touch?
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Besprechung Süddeutsche Zeitung
Tobias Kniebe und David Steinitz
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