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Beautiful Boy

Felix Van Groeningen, USA, 2018o

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Nic ist drogenabhängig. Noch nicht einmal im Erwachsenenalter angekommen, schleppt er sich von Rausch zu Rausch, von Lüge zu Betrug - und verweigert sich jonsequent den Hilfeversuchen seiner Eltern David und Vicky. Zwischen Hoffnung und Ohnmacht schwankend, entschliesst sich David, seinen Sohn mit allen Mitteln dabei zu unterstützen, die Abhängigkeit zu überwinden.

Der Belgier Felix van Groeningen verfilmt in seiner ersten US-Produktion zwei Autobiografien - David Sheffs "Beautiful Boy" und Nic Sheffs "Tweak". Die Geschichte einer Crystal-Meth-Abhängigkeit, die eine Vater-Sohn-Beziehung durch sämtliche Höllenkreise aus Wut, Scham, Verzweiflung und Schuldgefühlen jagt. Eine von Zeitsprüngen in Bewegung gehaltene Familienstudie, die zwar ohne Sentimentalitäten auskommt, aber streckenweise formelhaft bleibt. Dafür ist Timothée Chalamets Schauspiel mindestens so stark wie zuletzt in "Call Me By Your Name".

Annett Scheffel

Der Film zeigt Nics Nicht-Loskommen von den Drogen so oft, dass die Abstürze schon fast etwas Monotones bekommen. Das geht unter die Haut, zumal Chalamet wie auch Carell in ihrer Verzweiflung glaubwürdig sind. Formal aber greift Regisseur Van Groeningen leider oft zum visuellen Zweihänder -- mit Hochglanzbildern und übertriebenem Musikeinsatz.

Anna Kappeler

La jeune coqueluche de Hollywood, Timothée Chalamet, incarne un garçon accro aux drogues face à son père, interprété par Steve Carell. Un duo qui touche au cœur sur une intrigue ingrate.

Etienne Sorin

Galerieo

22.01.2019
Er tanzt am Abgrund

Ein 18-jähriger junger Mann kommt einfach nicht von den Drogen los. In «Beautiful Boy» wird eindrücklich gezeigt, wie darunter seine ganze Familie leidet.

Von Anna Kappeler

Irgendwann macht die Mittelstandsfamilie einen Ausflug zum Strand. Vater (Steve Carell), Mutter, zwei Kinder sowie der 18-jährige Nic (Timothée Chalamet, oscarnominiert für «Call Me by Your Name») aus der ersten Ehe des Vaters. Alles wirkt idyllisch. Doch Nic ist abhängig von Meth, auch wenn er sich gerade in einer cleanen Phase befindet. Als er sich mit dem kleinen Bruder zum Surfen ins Meer stürzen will, verbietet die Mutter dem Kleinen, mit Nic mit­zugehen. Offiziell wegen der zu hohen Wellen, offensichtlich aber traut sie Nic nicht zu, auf den kleinen Bruder aufzupassen.

Der belgische Regisseur Felix van Groeningen («The Broken Circle») zeigt, wie die Drogensucht des Ältesten die ganze Familie beeinflusst. Besonders der Vater leidet, versucht, den Sohn zu retten, fragt sich, ob er Mitschuld trägt an dessen Absturz. Aber für den Drogensumpf brauchts keinen rationalen Grund, der passiert trotz liebender Familie, trotz hoher Bildung und gefülltem Konto. Die Spirale hat nur eine Richtung: nach unten. Auf Aufenthalte in der Reha und cleane Phasen folgen nur umso heftigere Abstürze.

Das ist die Stärke des Films: Nics Nichtloskommen von den Drogen zu zeigen, immer wieder, bis die wiederholten Abstürze schon fast etwas Monotones bekommen. Die ganze Familie durchläuft über die Jahre ein Wechselbad der Gefühle aus Hoffnung und Ohnmacht. Sowohl Nics innere Dämonen, von denen er selbst nicht genau zu wissen scheint, woher sie kommen, wie auch die Verzweiflung des Vaters, nichts tun zu können, sind von Chalamet und Carell glaubwürdig dargestellt. Das entwickelt eine besondere Intensität.

Und doch verlässt Van Groeningen in dieser Geschichte, die auf wahren Begebenheiten basiert, kaum je die Komfortzone, fast so, als wolle er den Zuschauer nicht verstören. Anders ist kaum zu erklären, warum Chalamet trotz wiederholter Abstürze nie wirklich heruntergekommen aussieht. Die Jetztzeit wird zudem durch Rückblenden in Nics Kindheit – man muss fast sagen – aufgelockert.

Mit Hochglanzbildern und übertriebenem Musikeinsatz wird mit dem Vorschlaghammer gezeigt, wie innig die Vater-Sohn-Beziehung war. Das ist ein so nervtötender wie unnötiger Stilbruch. Immerhin entscheidet sich der Regisseur für ein offenes Ende, blöd nur, macht er dieses im Abspann wieder zunichte.

© Alle Rechte vorbehalten züritipp. Zur Verfügung gestellt vom züritipp Archiv
22.01.2019

Von Selina Hangartner

© Alle Rechte vorbehalten Filmbulletin. Zur Verfügung gestellt vom Filmbulletin Archiv
The Guardian, 07.09.2018

Von Benjamin Lee

© Alle Rechte vorbehalten The Guardian. Zur Verfügung gestellt vom The Guardian Archiv
Screen Daily, 07.09.2018

Von Fionnualu Halligan

© Alle Rechte vorbehalten Screen Daily. Zur Verfügung gestellt vom Screen Daily Archiv
Le Temps, 04.02.2019

Von Antoine Duplan

© Alle Rechte vorbehalten Le Temps. Zur Verfügung gestellt vom Le Temps Archiv
Interview de Felix Van Groeningen
Karine Weinberger / cinefile
fr / 03.02.2019 / 6‘09‘‘

Actors on Actors with Timothée Chalamet
/ Variety
en / 04.12.2018 / 45‘33‘‘

Interview with Cast and Crew
/ Build Series
en / 10.10.2018 / 28‘54‘‘

Real Life Father and Son Nic Sheff And David Sheff Discuss ‘Beautiful Boy’
/ USA Today
en / 26.11.2018 / 6‘57‘‘

Steve Carell: Between Two Ferns
Zach Galifianakis / Funny or Die
en / 17.08.2010 / 3‘42‘‘

Interview: Father And Son Behind 'Beautiful Boy' Share Their Story
Von Terry Gross / National Public Radio
en / 39‘11‘‘

Filmdateno

Genre
Drama
Länge
120 Min.
Originalsprache
Englisch
Bewertungen
cccccccccc
Øk.A.
IMDb
k.A.

Cast & Crewo

Steve CarellDavid Sheff
Timothée ChalametNic Sheff
Maura TierneyKaren Barbour
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Bonuso

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cinefile, fr , 6‘09‘‘
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Variety, en , 45‘33‘‘
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USA Today, en , 6‘57‘‘
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Steve Carell: Between Two Ferns
Funny or Die, en , 3‘42‘‘
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gGeschrieben
Besprechung züritipp
Anna Kappeler
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Besprechung Filmbulletin
Selina Hangartner
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Besprechung The Guardian
Benjamin Lee
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Besprechung Screen Daily
Fionnualu Halligan
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Besprechung Le Temps
Antoine Duplan
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hGesprochen
Interview: Father And Son Behind 'Beautiful Boy' Share Their Story
National Public Radio / en / 39‘11‘‘
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