r Pane e tulipani

Silvio Soldini, Italien, Schweiz, 2000o

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vzurück

Rosalba wird von ihrer Familie irrtümlich auf einer italienischen Autobahnraststätte zurückgelassen und beschliesst, auf eigene Faust einen Abstecher nach Venedig zu machen. Dort kommt sie in einer kleinen Pension unter und lernt den Kellner Fernando kennen. Die beiden kommen einander langsam näher und es entwickelt sich eine Beziehung, die Rosalba auch dann nicht loslässt, als sie wieder zu ihrer Familie zurückgekehrt ist.

Wer hat diese Tragikomödie, die neun italienische Oscars gewann, nicht als den Film in Erinnerung, in dem Bruno Ganz einen melancholischen isländischen Kellner in Venedig gibt (kein Witz) und mit altmodischer Grandezza Lisica Maglietta umwirbt, die ihrerseits als zweifache Mutter mittleren Alters aus einer lieblosen Ehe in die Lagunenstadt entflohen ist? Unvergesslich zudem die Eröffnungssequenz, in der die Heldin während einer Busreise von ihrer Familie an einer Raststätte schlicht vergessen wird. Die Wiederbegegnung mit Pane e tulipani ein Vierteljahrhundert nach dem Premieren-Exploit an den Kinokassen zeigt, dass zwischen dem bitteren Auftakt und dem süssen Finale hundert Filmminuten liegen, die der schweizerisch-italienische Regisseur Silvio Soldini nur am Rande dem werdenden Liebespaar widmet, zur Hauptsache aber der Italianità. Die Abzocker der überforderten Hotellerie, ein kundenfeindlicher Blumenhändler, die aufgekratzte Erotikmasseurin von nebenan, ein Sanitär als dilettierender Detektiv und eben der lebensmüde Kellner: Allen diesen windschiefen Existenzen, die Rosalba während ihres fortlaufend verlängerten Venedig-Aufenthalts kennenlernt, widmet Soldini liebevolle Vignetten. Er wirbt damit für jenen grosszügigen Blick auf die Menschen, den Rosalba für sich selber entwickeln muss, bevor sie wieder Liebende und Geliebte werden kann. Grosszügigkeit seitens des Publikums erfordert bei dieser Entwicklung auch Soldinis saloppe dramaturgische Konstruktion; die Nachsicht aber wird belohnt: Magliettas Warmherzigkeit, der unversehens wiederkehrende Schalk in den anfangs erloschenen Augen von Bruno Ganz, schliesslich die harmonierenden Violett-, Rosa- und Blautöne, die in der restaurierten Fassung anheimelnder aufleuchten denn je: ein doppelter und dreifacher Genuss.

Andreas Furler

Ist Brot und Tulpen ein Märchen? Vielleicht. Ein Film über die gepackten Chancen im Leben – sicherlich. Ein Film über den Zu-Fall, das Glück, das einen überrascht. Ein Film, der mit Witz und Verve und in stets stringenter Erzählform von den verschlungenen Pfaden des Lebens erzählt. Dabei gesteht Silvio Soldini seinen dem Alltag entsprungenen Figuren ein filigranes und vielschichtiges Innenleben zu und erschafft so im Kern seiner temporeichen Komödie auch einen sehr poetischen, inneren Echoraum, den Bruno Ganz und Licia Maglietta meisterhaft zum Klingen bringen. (Auszug)

Anita Hugi

Melancholisch-beschwingte Komödie, die normale Menschen in den Mittelpunkt stellt und dies liebevoll zeichnet. Präzise beobachtete Details, witzige Dialoge, eine klare Bildersprache und die ausgezeichneten Darsteller machen den Film zu einem amüsanten Exkurs über die Zufälle des Lebens und der Liebe.

Rolf-Ruediger Hamacher

Dazu passen:o

Kultur Online, 21.04.2013
© Alle Rechte vorbehalten Kultur Online. Zur Verfügung gestellt von Kultur Online Archiv
Der Spiegel, 10.12.2000
© Alle Rechte vorbehalten Der Spiegel. Zur Verfügung gestellt von Der Spiegel Archiv
Variety, 11.03.2000
© Alle Rechte vorbehalten Variety. Zur Verfügung gestellt von Variety Archiv
rogerebert.com, 30.08.2001
© Alle Rechte vorbehalten rogerebert.com. Zur Verfügung gestellt von rogerebert.com Archiv
Gespräch mit Bruno Ganz
/ SRF
de / 29.04.2000 / 04‘45‘‘

Hintergrundbeitrag zum Film
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Norbert Wiedmer / Text und Bühne
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Silvio Soldini racconta "Pane e Tulipani"
/ ANAC autori
it / 11.02.2018 / 63‘59‘‘

Filmdateno

Synchrontitel
Brot und Tulpen DE
Pain, tulipes et comédie FR
Bread and Tulips EN
Genre
Drama, Komödie, Liebesfilm
Länge
114 Min.
Originalsprache
Italienisch
Bewertungen
cccccccccc
ØIhre Bewertung7.7/10
IMDB-User:
7.3 (12553)
Cinefile-User:
8.7 (12)
KritikerInnen:
< 3 Stimmen q

Cast & Crewo

Licia MagliettaRosalba Barletta
Bruno GanzFernando Girasoli
Giuseppe BattistonCostantino
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Bonuso

iGefilmt
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gGeschrieben
Märchenhaft realistisch: Die Filme von Silvio Soldini
Kultur Online / Walter Gasperi
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Gespräch mit Bruno Ganz über "Faust" und „Brot und Tulpen“
Der Spiegel / Anke Dürr, Urs Jenny
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Besprechung Variety
David Rooney
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