Überspringen

Get Out

Jordan Peele, USA, 2017o

s
vzurück

Ein Landhaus im Grünen, ein Wochenende bei den Schwiegereltern in spe, der Empfang ist herzlich - vielleicht eine Spur zu herzlich. Schnell muss Chris Washington feststellen, dass mit der Familie seiner Freundin Rose Armitage etwas nicht stimmt. Bizarre Zwischenfälle auf dem Anwesen ihrer Eltern verwandeln den vermeintlich entspannten Antrittsbesuch unversehens in einen Alptraum. (TMDB)

Regisseur Peele, der auch das Drehbuch schrieb, treibt ein cleveres Spiel mit Genrezitaten und schwarz-weissen Befindlichkeiten. Als Satire funktioniert «Get Out» jedenfalls ebenso gut wie als Horrorfilm.

ggs

Weiße junge Frau bringt schwarzen Freund zum ersten Mal zu ihren Eltern mit - ist das in den USA heute noch ein Problem? Natürlich nicht, denn die Eltern sind liberale Obama-Fans. Aber warum sieht ihr einsames Herrenhaus trotzdem wie eine Sklavenhalter-Villa aus, warum wirken die schwarzen Bediensteten wie Zombies? Das Unwohlsein des schwarzen Helden (Daniel Kaluuya) verschärft sich mit jeder Minute, bis ein überraschender, beißend kluger und sehr böser Horrorfilm beginnt. Der schwarze Komiker Jordan Peele erweist sich schon in seinem Regiedebüt als Meister des subkutanen Schauderns, noch bevor es blutig wird.

Tobias Kniebe

Galerieo

03.05.2017
Vom schlechten Gewissen gebissen

Jordan Peeles unheimlicher Kinothriller „Get Out“ ist der Film zur amerikanischen Gegenwartsangst und zeigt, dass die Fortschritte, die das Land in Sachen Integration gemacht hat, nur oberflächlich sind.

Von Bert Rebhandl

Chris und Rose sind ein amerikanisches Traumpaar. Sie ist ein typisches Etepetete-Mädchen, er ist ein junger Fotograf. Sie kommt aus einer guten Familie, er nicht, aber das kann die Liebe sicher wettmachen. Chris ist sensibel, Rose auch, aber Chris ist ein wenig sensibler. Er hat gute Gründe dafür, denn er ist schwarz, und Rose ist weiß. Nicht, dass das heutzutage noch etwas bedeuten muss. Die Hautfarbe spielt für moderne Menschen doch keine Rolle mehr. Allerdings hat Rose es versäumt, ihren Eltern über dieses Detail rechtzeitig Bescheid zu geben, und nun steht der Antrittsbesuch bei den Armitages an. Eine Standardsituation, durchgespielt in allen erdenklichen Familienkonstellationen („Meet the Fockers“) und mit allen möglichen sexuellen Identitäten (Gaylord „Greg“ Focker) in unzähligen Komödien, aber auch in einem der liberalen Paradefilme Hollywoods: „Rat mal, wer zum Essen kommt“ (1967) mit Spencer Tracy und Sidney Poitier.

In Jordan Peeles „Get Out“ kommt Chris zum Essen, dann auch noch zu einer Gartenparty, die zum Besten gehört, was man seit langem im amerikanischen Kino gesehen hat. Was es mit diesem in nahezu jeder Hinsicht verblüffenden Film auf sich hat, kann man am ehesten aus seiner Produktionsumgebung schließen. „Get Out“ ist ein weiterer Hit aus der Firma Blumhouse, die seit einigen Jahren mit cleveren Horrorfilmen von sich reden macht („Paranormal Activity“, „The Purge“). Jason Blum lässt Filme wie vom Fließband machen: mit kleinen Budgets werden enorme Profite erzielt. Und für Witz und Tiefsinn und das Entdecken von Talenten ist dabei auch noch Raum. Man könnte inzwischen beinahe schon Vergleiche zu Roger Corman ziehen, in dessen Schundfilmschmiede um 1970 Leute wie Francis Ford Coppola, Jonathan Demme oder Joe Dante das Handwerk lernten.

Dass „Get Out“ seit seiner Premiere beim diesjährigen Sundance Festival zum wohl meistdiskutierten Film der Saison wurde (und nebenbei schon zu einem gigantischen Box- Office-Hit), hat auch damit zu tun, dass er auf eine brillant verstörende Weise genau in den politischen Moment passt. Breitbart, die Website, die Donald Trump am liebsten im Alleingang ins Weiße Haus gelogen hätte, pries den Film als ein Manifest gegen die „liberale weiße Elite“. So kann man das sehen, allerdings unterschlägt man dabei die viel tiefer gehende Kritik an einem alltäglichen amerikanischen Rassismus, der hier eben bis in die besseren Kreise reicht. Die Armitages, die Chris einen offenen Empfang bereiten, sich dann aber als eine höchst merkwürdige Familie erweisen, stehen tatsächlich für das wohlhabende, gebildete Ostküstenmilieu, das mit Donald Trump oder gar seinem unappetitlichen Berater Steve Bannon nichts zu tun haben möchte. Man würde den Film aber grob missverstehen, wenn man ihn als Satire auf die Wähler von Hillary Clinton lesen wollte. „Get Out“ lebt davon, immer neue Tabus auf groteske Weise zugleich zu verletzen und zu bestätigen. Jordan Peele ist klug genug, seinen Helden mit einer markanten Schwachstelle zu versehen. Chris ist nämlich Raucher, an sich eine lässliche Sünde, aber eben eine, die ihm ein schlechtes Gewissen verschafft.

Schoßhündchen im Dandy-Aufzug

Das Heilmittel, das die Dame des Hauses vorschlägt, gibt dem ganzen Film eine neue Richtung: Sie setzt auf Hypnose, und mit dieser Kolonisierung seines Unbewussten verliert Chris den Boden unter den Füßen. Er sieht sich als Außenseiter in einer Gesellschaft, in der alle Afroamerikaner zunehmend wie Zombies erscheinen. Besonders schlimme Figur macht einer, der sich im Dandy-Aufzug als eine Art Schoßhündchen einer dramatisch älteren weißen Dame präsentiert. Die Freunde der Armitages sind eine Freak Show für sich.

Zur beziehungsreichen Konstellation von „Get Out“ trägt bei, dass Jordan Peele nicht nur hinter der Kamera arbeitet, sondern selbst als Darsteller bekannt ist. Gemeinsam mit Keegan-Michael Key spielte er in Sketches Barack Obama als Ausgeburt der Vernunft, während Key neben ihm als „anger translator“ die ganze heimliche Wut zum Ausdruck bringt, die sich hinter der beherrschten Fassade verbirgt. Seit 2008 hat Peele die Präsidentschaft Obamas satirisch begleitet, nun zieht er mit „Get Out“ bitterböse Bilanz: die Fortschritte, die das Land in Sachen Integration gemacht hat, sind nur oberflächlich.

Eine Angelegenheit der weißen, liberalen Elite

Mit der ambivalenten politischen Botschaft seines Films geht Jordan Peele aber nicht Hausieren. In erster Linie ist „Get Out“ eine höchst vergnügliche Horrorkomödie, die im Detail vor Intelligenz nur so strotzt, und die auch mit einigen tollen schauspielerischen Leistungen aufwartet. Zuvorderst gilt das für Daniel Kaluuya in der Hauptrolle und für den Komiker Lilrel Howery in der Nebenrolle eines Airport-Security-Mannes, der mit seinen schlimmsten Vorurteilen immer richtig liegt. Die Rolle der Rose spielt Allison Williams, bekannt aus der Serie „Girls“, wo sie als Marnie das latent langweilige perfekte Mädchen gab. Bradley Whitford („The West Wing“) und Catherine Keener („Being John Malkovich“) sind die Eltern von Rose. Tief im Innersten der schrecklichen Geheimnisse der Familie Armitage taucht dann noch ein Darsteller auf, der tief in einem ganz anderen, weißen Amerika verwurzelt ist: Richard Herd, der mit Mr. Wilhelm eine der unvergesslichen Nebenfiguren in der New York-Sitcom „Seinfeld“ verkörperte.

Lange Zeit war der Komödienboom, den Hollywood seit Mitte der 1990er Jahre zu verzeichnen hatte, vor allem eine Angelegenheit der weißen, liberalen Elite. Leute wie Judd Apatow, Seth Rogen oder Adam Sandler prägten das Bild, während afroamerikanische Stars wie Chris Rock selten allein die große Bühne bekamen. Mit Jordan Peele gibt sich nun ein herausragendes Talent zu erkennen. „Get Out“ ist zwar ein Stück schneller Unterhaltung, mit dem noch schnelleres Geld gemacht werden soll. Doch von diesem Understatement soll man sich nicht täuschen lassen: Hier ist der amerikanische Traum von einem Kino lebendig, das kommerziell und relevant zugleich ist und in dem Politik eine Folge radikalen Denkens ist.

© Alle Rechte vorbehalten Frankfurter Allgemeine Zeitung. Zur Verfügung gestellt von Frankfurter Allgemeine Zeitung Archiv
03.05.2017
Get Out

Ein junger schwarzer Fotograf soll die Eltern seiner weißen Freundin kennenlernen. Aus dieser Prämisse entwickelt Regisseur Jordan Peele ein soziologisches Terrorkino mit feinem Gespür für die kleinen Irritationen im gesellschaftlichen Miteinander.

Von Michael Kienzl

Man muss keiner gesellschaftlichen Minderheit angehören, um das unangenehme Gefühl zu kennen, in der Minderheit zu sein. Sobald wir uns unter Menschen einer vorwiegend homogenen sozialen Gruppe befinden, der wir selbst nicht angehören, befällt uns häufig eine gewisse Anspannung. Ob sich der Unterschied über das Alter definiert, die Hautfarbe, das Geschlecht oder die sexuelle Orientierung, ist dabei zweitrangig. Bestimmt wird die Situation von dem beunruhigenden Wissen, nicht dazuzugehören, bestimmte Codes nicht zu beherrschen und dadurch zum unfreiwilligen Repräsentanten einer Bevölkerungsschicht zu werden, sowie von dem lähmenden Gefühl, von Blicken durchbohrt zu werden, die in einem nicht das Verbindende, sondern nur das Andere sehen wollen.

Eine Reise in die dunkelste amerikanische Vergangenheit

Dass sich eine Figur in ein neues Umfeld begibt, ist im Kino ein äußerst beliebtes und auch genreübergreifendes Sujet – im Filmjargon hat sich dafür die Metapher fish out of water eingebürgert. Auch Schauspieler Jordan Peele greift dieses Motiv in seinem Regiedebüt auf und konzentriert sich dabei auf das Unbehagen, das durch ein mangelndes Zugehörigkeitsgefühl hervorgerufen wird. In Get Out ist dieses Gefühl in einer ganz konkreten Erfahrung verwurzelt: der anscheinend nie endenden Unterdrückung und Ausgrenzung der Afroamerikaner. Get Out handelt von dem jungen schwarzen Fotografen Chris (Daniel Kaluuya), der die Familie seiner weißen Freundin kennenlernen soll. Obwohl Rose (Allison Williams) der Inbegriff der Empathie ist und mehrmals versichert, dass ihre Eltern aufgeschlossene Obama-Wähler seien, hat Chris ein mulmiges Gefühl. Seine nur mäßig gespielte Coolness wirkt, als hätte er solche Beteuerungen schon oft gehört und wäre am Ende doch eines Besseren belehrt worden. Und tatsächlich wirkt das abgelegene Landhaus der Schwiegereltern in spe zunächst wie eine Reise in die dunkelste amerikanische Vergangenheit. So modern die Eltern auch wirken, ihre wortkargen, ausschließlich schwarzen Angestellten wirken wie ein Relikt aus der Zeit der Sklaverei.

Get Out, der das Verlangen, aus dieser Parallelwelt zu fliehen, schon im Titel trägt, arbeitet geschickt mit kleinen, aber umso effektiveren Irritationen im sozialen Miteinander. Die Beteiligten tun alles dafür, die Situation so normal wie möglich erscheinen zu lassen, aber der feine Unterschied lässt sich eben nicht aus dem Weg räumen. Immer wieder gibt es Hoffnung auf Entspannung, etwa wenn Chris versucht, sich anderen Schwarzen kumpelhaft anzunähern – aber jeder von ihnen benimmt sich so sonderbar, dass sich keine Erlösung einstellen will. Die Möglichkeit, die Peele zunächst noch offen lässt, ist, dass sich sein Protagonist das alles vielleicht nur einbildet. Überhaupt richtet sich der Film in einer Grauzone ein, in der es zwar ein diffuses Unwohlsein gibt, jedoch keine stichhaltigen Argumente, die es begründen könnten. Statt den stärksten Kontrast zu wählen und Chris in die Arme offen rassistischer Hinterwäldler zu schicken, konfrontiert ihn Get Out mit einem eher linken, bürgerlichen und gebildeten Milieu, bei dem sich die Außenseiterrolle des Protagonisten nur in den Feinheiten der Kommunikation niederschlägt. So kommt es immer wieder zu Blicken, Gesten und Äußerungen, die Misstrauen schüren, aber eben nie eindeutig genug sind, um etwas zu beweisen. Selbst bei einer grotesk aus der Zeit gefallenen Gartenparty mit Kolonialkolorit erlebt Chris keine offene Feindseligkeit, sondern einen Rassismus, der so positiv ist, dass man sich erst mal nicht sicher sein kann, ob es sich vielleicht doch nur um ungeschickt formulierte Komplimente handelt.

Das linke Establishment vorführen

Obwohl uns Get Out zunächst auf eine falsche Fährte lockt und sich nach einem Twist zunehmend vom soziologischen Terrorkino zum Body Horror wandelt, bleibt er dabei weiterhin eine dunkle Gesellschaftssatire. Die Reflexion über die amerikanische Bevölkerung findet sich in jeder Pore des Films. Dass eine besonders perfide Form der Hypnose eine Rolle in der Story spielt, lässt sich etwa ohne weiteres als Metapher für die Fremdbestimmtheit unterprivilegierter Afroamerikaner verstehen. Und selbst im deutlich auf Komik angelegten Nebenerzählstrang um Chris’ Freund Rod (der Comedian Lil Rel Howery) – einen etwas trotteligen Sicherheitsbeamten, der versucht, seinem Freund aus der brenzligen Situation zu helfen – geht es vor allem um das Misstrauen zwischen den Ethnien. Als Rod etwa Hilfe bei einer schwarzen Polizistin sucht, entgegnet sie nur: „Oh white girls ... they get you every time“.

Get Out bettet seine bewährten Horrorformeln also auf einem sozialem Minenfeld. Schon seit einigen Jahren tritt ein Independentkino in Erscheinung, das den gesellschaftlichen Subtext des Horrorfilms immer weiter in den Vordergrund rückt. Ob es adoleszente Qualen sind wie in It Follows (2014) und Raw (2016) oder die Isolation einer alleinerziehenden Mutter in The Babadook (2014), stets geht es darum, die Befindlichkeiten eines bestimmten Milieus mit den Mitteln des Fantastischen zuzuspitzen. Interessanterweise findet sich auch ein Anknüpfungspunkt zu einem Meilenstein des Horrorkinos: In George A. Romeros Die Nacht der lebenden Toten (Night of the Living Dead, 1968) reichte damals die bloße Tatsache, den Helden mit einem Schwarzen zu besetzen, für eine Kontroverse. Hier muss sich der Protagonist nicht nur gegen einen Haufen Untoter behaupten, sondern auch gegen seine rassistischen Leidensgenossen. Get Out scheint mit dem Wissen um diesen Film entstanden zu sein – nicht nur, weil es abgesehen von einigen Blaxploitationstreifen kaum Horrorfilme mit schwarzen Hauptdarstellern gibt. Allein mit seinem Finale spielt Peele offensichtlich auf Romeros finsteres Ende an – und denkt es schließlich doch in eine andere Richtung weiter. Die Gesellschaft ist in den fast 50 Jahren, die zwischen den beiden Filmen liegen, nicht unbedingt eine bessere geworden, aber zumindest eine andere. Das kontroverse Potenzial von Peeles Film steckt deshalb auch weniger in der Wahl der Besetzung als darin, wie er ein linkes, gesundheitsbewusstes und vermeintlich aufgeschlossenes Establishment vorführt, dessen Sympathie ihm eigentlich sicher wäre.

© Alle Rechte vorbehalten critic.de. Zur Verfügung gestellt von critic.de Archiv
01.05.2017
In einer fremden Haut

Ein schwarzer Mann wird der Familie seiner weißen Freundin vorgestellt, und ein Albtraum beginnt: der Horrorthriller "Get Out" von Jordan Peele.

Von Tobias Kniebe

Als der Wagen in die Auffahrt einbiegt, wird auf dem Soundtrack sanft eine Harfe gezupft. Das Licht- und Schattenspiel der Bäume huscht über die Windschutzscheibe, der Kies knirscht unter den Reifen, das Herrenhaus kommt in den Blick. Es hat eine Veranda mit weißen Säulen, und man denkt sofort: Sklavenhaltersäulen. Ein Gärtner am Wegesrand hebt grüßend die Hand, er ist alt und schwarz, und man denkt sofort: Onkel Tom.

Was ein Zeichen dafür ist, wie geschickt der Regisseur Jordan Peele in diesem Moment schon den Blick seiner Zuschauer führt. Wenig mehr als zehn Minuten sind in "Get Out" vergangen, und man sieht alles bereits mit den Augen der schwarzen Hauptfigur, Chris Washington (Daniel Kaluuya), der nach ein wenig Zögern eingewilligt hat, die Eltern seiner weißen Freundin Rose Armitage (Allison Williams) kennenzulernen. Irgendwo tief in den Wäldern der USA, wo die Vergangenheit noch lebt.

Ein Zucken im Mundwinkel, ein seltsamer Blickkontakt, was sind das für Schwiegereltern?

Die unbehaglichen Fragen ("Weiß deine Familie, dass ich schwarz bin?") sind da bereits gestellt, die beruhigenden Antworten ("Papa hätte sogar ein drittes Mal Obama gewählt, wenn es erlaubt wäre") sind gegeben, zusammen mit einem aufmunternden Lächeln und einem liebevollen Kuss. Und doch: die Familie kennenzulernen, das ist immer ein großer Schritt. Er wird nicht leichter dadurch, dass irgendwo noch die Gespenster des Rassismus lauern könnten.

Aber gibt es überhaupt eine Situation, in der das Kino mehr bei sich wäre? Alles sollte normal und unverdächtig und entspannt sein. Und ist es vielleicht ja auch. Aber jetzt kommt es auf die kleinsten Zeichen an: ein Zucken im Mundwinkel, ein seltsamer Blickkontakt, eine auffällige Betonung. Für eine Theaterbühne wäre das zu subtil. Und in einer Fernsehserie funktionierte es allenfalls im Pilotfilm.

Die Tür fliegt also auf, die Eltern stehen da, das Töchterchen fällt Dad in die Arme, das formale "Mister Armitage" wird zurückgewiesen, der Fremdling an die Brust gezogen, aus weißem Mund fallen die Worte "My man". Hach, welch Stein fällt allen Willkommenskultur-Harmoniejunkies da vom Herzen. Oder Moment, war das bereits zu viel? Klang das falsch? Ist das schon Mimikry als Zeichen apokrypher Herablassung? Oder die Arroganz der kulturellen Aneignung?

"Get Out" hat in den USA bereits die erstaunliche Summe von 172 Millionen Dollar eingespielt, ohne teure Schauwerte, mit weitgehend unbekannten Darstellern, bei einem lächerlichen Budget von 4,5 Millionen. Solche Wunder der Profitabilität gelingen immer dann, wenn eine Story mittenmang ins schmerzende Herz des Zeitgeists trifft. Rasse ist in den USA ein Feld, auf dem Minenhunde die Arbeit des Sisyphos verrichten. Und nicht nur wegen schießwütiger weißer Polizisten und "Black Lives Matter" - die Sprengkraft reicht bis in die politisch korrektesten Kreise. Und also reicht sie auch ins Herrenhaus der Armitages. Wo jetzt Jovialität demonstriert wird, peinliche Dad-Witze, seltsame Dad-Meinungen ("Rehe sind wie Ratten"), plus demonstrativ gespielte mütterliche und töchterliche Scham ("Hör bloß nicht auf ihn"). Dazu die weiße Selbstverständlichkeit des Besitzens, so bequem getragen wie Dads Breitcordhosen. Und ja doch, erste leise Misstöne. Oder ist das alles nur schwarze Paranoia?

Rauchen scheint ein ungut emotional besetztes Thema zu sein. Aber okay, das ist Moms Berufung, sie heilt Raucher per Hypnose. Dad (Bradley Whitford) ist Neurochirurg, auch mit ihm ist beim Thema Gesundheit nicht zu spaßen. Und beim Thema Gene. Vor den alten Familienfotos erzählt er, dass sein Vater einst als Sprinter bei den Olympischen Spielen antrat, 1936 in Berlin. Nur um vom schwarzen Jesse Owens geschlagen zu werden, vor Hitlers Augen, welch ein Moment, sagt Dad: "Der ganze perfekte arische Rasse-Bullshit, widerlegt vor den Augen der ganzen Welt". Wer so was sagt, ist doch kein Rassist. Oder?

Die Mutter rührt in der Teetasse, erzählt mit sanfter Stimme - und schon beginnt die Hypnose

Es ist schon sehr geschickt, wie der Regisseur Jordan Peele jetzt die Zeichen der Verunsicherung, der bösen Vorahnung platziert. Und das mit beißend intelligentem Witz. Der Keller musste leider versiegelt werden, sagt Dad: "Wir haben den schwarzen Schimmel dort unten." Oder die Haushälterin (Betty Gabriel) in der Küche, die ebenfalls schwarz ist. Sie hat ein derart festgefrorenes Lächeln im Gesicht, eine derart zombiehafte Leidens- und Duldungsmiene, dass man auf einmal sicher ist: Hier stimmt doch etwas nicht . . .

Vor allem glaubt man nicht, hier das Werk eines Regiedebütanten zu sehen. Diese winzigen Brüche und Irritationen, dieser Spannungsaufbau - das ist doch alles ziemlich meisterhaft. Jordan Peele - der schwarz ist, wie sonst könnte er so ein bedeutsames Stück schwarzer Erfahrung für alle zugänglich machen - war bisher Stand-up-Comedian, unter anderem bei MadTV. Er habe vor allem am Timing gearbeitet, hat er erklärt, das sei beim Horror so wichtig wie im Komischen.

Der Horrorfilm beginnt dann in der ersten Nacht, als Chris mittendrin plötzlich aufwacht. Schlaflos irrt er durchs Haus, hat draußen eine äußerst bizarre Begegnung mit dem Gärtner (Marcus Henderson), stößt drinnen auf Mom (Catherine Keener), die noch wach ist und ihn einlädt, sich zu ihm zu setzen. Sie rührt in ihrer Teetasse, sie hat eine sanfte, aber auch autoritäre Stimme, und Chris merkt zunächst gar nicht, wie die Hypnose beginnt.

Auf welchen Schrecken das Ganze dann hinausläuft, darf hier nicht einmal angedeutet werden, es ist der Spaß der nächsten Stunde, diesem Rätsel auf die Spur zu kommen. Simpler Rassenhass ist es jedenfalls nicht, das wäre nach dieser Einleitung enttäuschend und banal. Die Antworten liegen eher in Chris' Gefühl, das er beim Anblick der schwarzen Bediensteten empfindet. Er fühlt sich ihnen fremd, fremder sogar noch als den Weißen. Und das wird ihm keine Ruhe lassen.

Für Freunde des zünftigen Horrors sei noch gesagt, dass das Finale schon ziemlich blutig wird. Da ist der Film dann allerdings am konventionellsten. Seinen größten Schrecken entfaltet er, bevor die Richtung klar ist, in die es gehen wird, und nur das Unwohlsein von Minute zu Minute steigt. Da zeigt sich wieder einmal die Macht des Kinos, jeden Zuschauer in eine fremde Haut hineinzuversetzen, ganz gleich welcher Rasse er angehört. Und so ließe sich hier dann auch das höchste Lob formulieren: So schwarz wie in "Get Out" hat sich dieser Rezensent schon lang nicht mehr gefühlt.

© Alle Rechte vorbehalten Süddeutsche Zeitung. Zur Verfügung gestellt von Süddeutsche Zeitung Archiv
The Guardian, 18.03.2017
Get Out review – tea, bingo… and racial terror

A young black man meets his white girlfriend’s parents in Jordan Peele’s chilling satire of liberal racism in the US.

Von Mark Kermode

Ira Levin, author of Rosemary’s Baby and The Stepford Wives, would have cracked a wry smile at the cackling satire of this chilling “social thriller”, the directorial debut from MadTV alumnus Jordan Peele. When a preppy rich girl takes her African American boyfriend home for the first time, loving harmony turns to creeping discord. Diving deep into the broiling undercurrents of “post-racial” America, Peele’s hybrid creation starts out like a modern reworking of Guess Who’s Coming to Dinner, before drifting towards the more brutal territories of Kevin Smith’s Red State or Jeremy Saulnier’s Green Room, via the eerie mysteries of Charles Burnett’s To Sleep With Anger. Beneath the beatific smile of 21st-century liberalism, Get Out finds the still grinning ghoulish skull of age-old servitude and exploitation unveiled during a rollercoaster ride into a very American nightmare.

The film’s title can be read as either a threat or a warning

“Don’t go to a white girl’s parents’ house!” warns LilRey Howery’s lovable transport security administration officer Rod, conspiracy theorist and best friend to handsome, intelligent Chris (versatile British actor Daniel Kaluuya). “Do they know I’m black?” Chris asks his girlfriend, Rose (Allison Williams), as the couple prepare for a “meet the folks” weekend in her rural family home. “Should they?” she replies, assuring Chris that her neurosurgeon father would have voted for Obama a third time if he could, a claim he duly repeats on cue. “I hate the way it looks,” blushes patriarch Dean (Bradley Whitford), showing Chris around the Armitage estate (“white family, black servants, total cliche”), where groundsman Walter (Marcus Henderson) and housekeeper Georgina (Betty Gabriel) smile like supporting players in Gone With the Wind. Meanwhile Rose’s mum, Missy (a superbly nuanced turn from Catherine Keener), promises to cure Chris of his smoking habit through a single bout of hypnotherapy, triggered by the chiming of a spoon in a teacup.

A pre-credits sequence on an upmarket suburban street sees Lakeith Stanfield (who first made his mark in the terrific Short Term 12) being jumped to the bizarrely sinister strains of Flanagan and Allen’s Run, Rabbit, Run. Shortly thereafter, Chris finds himself staring into the eyes of a dying deer, an eerie pre-echo of the antlered head that looks down on him from the wall of the Armitages’ games room. There’s a touch of the trophy about keen-eyed photographer Chris, too, as Rose’s extended family prod, probe and patronise him (“I do know Tiger,” insists one ageing golfer), crooning that “fair skin has been in favour for years, but now the pendulum has swung back – black is in fashion!” Gradually, inexorably, the cringe-inducing “gliberal” awkwardness turns to something more sinister, as rooms are hushed in conspiratorial whispers, cellars are locked against creeping “black mould”, and a game of family bingo climaxes in a silent shriek.

Sharply written by Peele (who teamed up with Keegan-Michael Key, his co-star in hit US sketch series Key & Peele, for last year’s patchy feline action spoof Keanu), Get Out is at its best when hinting at horrors hidden beneath the genteel facade. From the toe-curling “my man!” chumminess of Dean to the blank stares of the domestic staff and the barely suppressed violence of Rose’s “douche bag” brother Jeremy (Caleb Landry Jones), the Armitage home leaves us unsure whether to laugh, cry or scream. A night-time sequence, in which Walter runs out of the darkness towards Chris, has the same sense of American gothic dread as David Robert Mitchell’s It Follows, while the humour vacillates between the broader strokes of Rusty Cundieff’s underrated Tales from the Hood and the insidious cruelty of Lars von Trier’s Manderlay.

Inevitably, the thematic rewards lessen somewhat as suspense turns to revelation, but Peele knows how to orchestrate an arresting set piece, and doesn’t skimp on cathartic spectacle in the third act. There’s a crowd-pleasing logic at work here even as credibility wobbles (an issue with which Levin wrestled repeatedly), and you’ll be too busy digging your nails into the arms of your seat to worry about distracting implausibilities. Crucially, the ensemble cast keep the energy levels high enough to prevent disengagement – to stop us from snapping out of the film’s hypnotic spell.

“It’s such a privilege to be able to experience another person’s culture,” coos Dean, showing off the multicultural trinkets of his travels, flaunting his ethno-friendly credentials. As for the film’s title, it can be read as either a threat or a warning, a duality emphasised by Michael Abels’s rich and deceptively complex score. From creaks and whispers to crashes and bangs, the soundtrack guides us through this strange creepy-comic land. The next time you hear a silver spoon on bone china, you’ll want to run for the hills.

© Alle Rechte vorbehalten The Guardian. Zur Verfügung gestellt von The Guardian Archiv
The Guardian, 03.03.2017
Jordan Peele on making a hit comedy-horror movie out of America’s racial tensions

Comedian turned director Jordan Peele talks about the hit film Get Out, in which a young black man meets his white girlfriend’s parents with terrifying results…

Von Andrew Anthony

In America, and among a devoted online audience, Jordan Peele is known as one half of a sketch show double act called Key & Peele. It airs on Comedy Central and has gained a reputation for the pair’s spot-on impersonations and forensic attention to comic detail. A couple of years ago in a long glowing profile in the New Yorker, Zadie Smith noted: “Beyond Key & Peele, it’s hard to imagine Peele in any vehicle not constructed around a comic character of his own devising.”

She certainly didn’t imagine him as a much-lauded writer and director of this year’s most celebrated horror film. But that’s exactly what Peele has become with the box office hit Get Out. Seven days ago, the film took $33m on its opening weekend in America, gained a highly unusual 100% fresh rating on Rotten Tomatoes, and is trailing widespread critical acclaim in its noisy wake.

Drawing on a horror tradition that owes a great deal to the novelist Ira Levin – in particular the cinematic adaptations Rosemary’s Baby and The Stepford Wives – Get Out looks at the experience of a young black man, played by the British actor Daniel Kaluuya, when he is introduced to his white girlfriend’s parents. It’s by turns tense, funny and terrifying. And in an era of Donald Trump and Black Lives Matter, it taps into America’s racial tensions in the most unsettling and yet compelling fashion.

But Peele, an affable and highly articulate proponent of his work, had the idea for the film back when Trump was just a less confrontational Alan Sugar, and Black Lives Matter was yet to be founded. “The genesis for the film was when Obama was elected and there was this sentiment that we can stop talking about race now because we’ve just solved the problem,” he tells me on the phone from Los Angeles. “We are now living in a system where racism is involved with policy. We’ve left the era where people were trying to pretend that race doesn’t exist.”

Peele himself is biracial. He was brought up by his white mother in New York City, and had hardly any contact with his black father, who died 18 years ago. He told Zadie Smith that he thought race was an “absurdity” and it was “crazy” to define children in terms of their racial identity.

But long before that interview he was already thinking about the hidden drama of racial identity and how it might be employed in a horror format.

Much of the sly appeal of Get Out rests on the fact that the racism that Chris (Kaluuya) encounters is not initially overt. The setting is the white upper-middle-class liberal elite, the kind of people who pride themselves on their post-racial sensibilities.

At first Chris can’t be sure whether the odd notes of discomfort he feels are in his own paranoid head or foreshadow something more sinister. There’s an ingratiating realism to the set-up, so that the audience shares in the uncertainty, and easily identifies with an attractive young couple going through the meeting-the-parents ritual which, just as in the Sidney Poitier classic Guess Who’s Coming to Dinner, carries an extra layer of social unease.

In an early establishing scene a black man is seen walking through the white suburbs at night. It’s a wonderfully disturbing inversion of the white guy in the black ghetto trope. The wide streets with their neat hedges and large houses seem to seethe with hidden menace. Peele explains why he wanted this opening.

“I felt it was important first and foremost to get the entire audience on board with the inherent fears that a black man has.”

Is that his own experience of the suburbs? “I’ve got to tell you, a fairly consistent part of my experience is worrying about how I’m going to be perceived in the ‘wrong’ neighbourhood. I’m trying to get through it as quickly as possible. It’s one of the pieces of the African American experience that people don’t know is always there. When you’re out of place, or feel out of place, you feel there is danger there. With the police as well. I think the majority of police are really good people and really good at their jobs but that doesn’t change the fact that with any interaction I have with them, I’m viewed as a potential threat.”

It’s a revealing picture of a perception that all too often goes unrecorded. One of the realities that Get Out implicitly references is the scenario in which Trayvon Martin, a 17-year-old unarmed African American student, was shot dead five years ago in a Florida suburb while walking home. His mixed-race Hispanic killer, a neighbourhood watch coordinator, walked free on the grounds of self-defence.

“There was that,” says Peele, then, lightening the tone “and I’m also a huge fan of Halloween, so there was some precedent for how scary suburbs can be in film.”

Peele is something of a horror genre fanatic. Since he was a child he has watched and studied horror films, working out exactly what makes them scary and why. At 13, he says, he knew wanted to be a horror film director.

He attended the liberal arts college Sarah Lawrence in New York, with the intention of studying puppeteering. Instead he formed a comedy partnership with his student roommate, Rebecca Drysdale (a writer on Key & Peele), and dropped out to get into comedy. The pair moved to Chicago and performed sketches at the city’s ImprovOlympic theatre. Later he left to join an improv troupe and met Keegan-Michael Key when they performed on consecutive nights at Chicago’s Second City theatre. It was comedy love at first sight.

From there Peele landed on Fox’s Mad TV, a loud satirical sketch show, on which he impersonated black celebrities such as Bill Cosby and Snoop Dogg. He stayed there for five years and, just before he left, was approached by Saturday Night Live, to be the impersonator of Barack Obama. But he was still under contract to Mad TV, so he had to turn down his “dream”.

Except it wasn’t his ultimate dream, the one he’d been nurturing since he was a young teenager. That one seemed to be fading too. “When the comedy acting took over I kind of believed my shot at becoming a director was going away. I believe part of that was self-protection because I adored the form so much I felt I couldn’t possibly make a movie as good as my favourite movies.”

Leaving Mad TV, he hooked up with Key and they put together their own show. In one sense, he was further than ever from his directing ambitions. But the psychological discipline of comedy, Peele realised, had a lot in common with horror.

“The reason they work, why they get primal, audible reactions from us is because they allow us to purge our own fears and discomforts in a safe environment. It’s like therapy. You deal with deep issues that are uncomfortable with the hope that there is a release.”

For many years black films were marginalised as exploitation or art house movies. As recently as last year at the Oscars there was embarrassment at the absence of black nominees. Last week’s best picture Oscar award for Moonlight seemed to mark a new era in recognition of black films and film-makers – after all, not a single white face appears in that film.

Peele agrees that things are moving forwards, but he sees Moonlight as more significant as a film about a gay relationship than about black people, per se. For him the real turning point came with Straight Outta Compton in 2015, because it was a worldwide hit and, as he says, “the industry could no longer hide behind the myth that black films don’t work overseas”.

In any case, the cultural arbiter that is Hollywood has decided that black films are commercially viable. But what about black films in which killing white people is gloriously cathartic? Did Peele think that Hollywood was ready for that?

“I certainly thought those elements were going to prevent it from being produced,” he says.

And early on, several people he showed his script to laughed it off as too bold ever to see the flickering light of a cinema. Peele knew he was on the right track, however, because he had an example of how it had worked before.

“One reason that The Stepford Wives was a perfect template for me,” he says, “is because that movie was about gender and this movie is about race. I knew that when I watch that movie I don’t come out of it feeling persecuted as a man. I come out feeling like I relate to the main character. I understand Katharine Ross’s mental state through experiencing all that’s gone before.”

It’s a characteristically thoughtful and informed response, but I suspect some of the anxiety his script caused was less to do with whether or not a white audience would identify with it, and more about the prospect of a black audience over-identifying.

“Again I thought that concern was the type of thing that would prevent it getting made,” he says. “But the reason this movie is working and resonating with the black audiences is that it gives its audience credit. It doesn’t presume that people are going to watch this film and go out and attack people. It presumes that people are going to be engaged intellectually and thematically. I knew it would do more to allow us to face our fears and address our horror than it would be a divisive movie.”

We’ve become used to seeing British actors take up leading roles in the US, particularly on TV. But it was a surprise at first, given the specificity of the character in this film, to see Daniel Kaluuya get the part. His CV – Skins, Tealeaf, Black Mirror – is not the kind you’d expect to scream out to American producers.

“I didn’t want to go with a British actor,” Peele admits, “because this movie was so much about representation of the African American experience. Early on, Daniel and I had a Skype session where we talked about this and I was made to understand how universal this issue is.”

He doesn’t say explicitly what was said, but it’s known that three years ago Kaluuya sued the Metropolitan police for assault and false imprisonment, after an incident in which he was wrongly suspected of drug dealing.

“Once I’d wrapped my head around how universal these themes were,” says Peele, “it became easy for me to pick Daniel, because at the end of the day, he was the best person for the role. He did the audition and it was a slam dunk.”

Kaluuya is indeed excellent in the part. He’s reticent, slightly sceptical but always willing to smother his doubts. It’s an intelligent and beguiling performance and, as so often nowadays, you wouldn’t guess for a second that he wasn’t an American.

Black and white romantic relationships are still relatively rare on the American film screen. Without giving the plot away, there’s something extra-loaded about the one between Kaluuya, as Chris, and Rose, played by Allison Williams of Girls fame.

She is cool, urban and acutely aware of racism. Peele himself is married to a white woman, fellow comedian Chelsea Peretti – they are expecting their first child. He has described her family as “intelligent, funny, empathetic”, and he didn’t experience any of the tension he portrays in the film when he first met them.

In Get Out, Rose’s parents, including the reliably fine Catherine Keener, are a little less attuned to the subtleties of racial discourse. For a start they have black servants. It’s the first of many discordant moments when Chris meets the hired help.

“Yes,” says Peele, “it’s a very tricky thing to grapple with because of course there are dark connotations of a black servant to white people. At the same time you have to take into account that it’s not necessarily socially enlightened to judge other people’s jobs and work. Who’s to say that you can’t be a black servant of a white family and have a noble life?”

It’s this kind of social complexity that the film plays on, as Chris struggles to overcome his own prejudices and paranoia. A particularly challenging situation arises when his in-laws introduce him to a black man at a party who seems jarringly “white”, not least by meeting Chris’s fist bump with an old-fashioned handshake. One of the questions the scene implicitly raises is whether there are or should be defined categories of “whiteness” and “blackness”. Perhaps society makes those distinctions, but do we as individuals have to follow? Peele, for example, has said he had a childhood anxiety about his voice, that it was too “white”.

“I think there are elements of the black experience that are unique to minorities or people who have felt like the outsider,” he says. “There are social rules every black person understands. [In white company] we give a little nod and a bro hug, and you don’t rat each other out. These things are real. The part of the black experience that has us perceiving or looking for racism where other people probably don’t is also real. It’s what the characters in this movie use to unravel the mystery.”

There is another scene in the film in which various stereotypes about black men are rehashed by a group of clueless white guests. And one golfer feels compelled to inform Chris that he has met Tiger Woods.

It’s a good joke on white presumptions, but it also confirms that the white people are seeing Chris as not just another guest but a “black” man. The racism lies in the fact that they can’t get past his race. How is it possible to escape that cycle?

“Part of the desire to live in a post-racial world includes the desire not to have to talk about racism, which includes a false perception that if you are talking about race, then you’re perpetuating the notion of race. I reject that. Because here we are living in this country where we had a black president and the whole idea was let’s not talk about race any more. If you’ve seen Ava DuVernay’s The 13th, it’s a wonderful documentary that shows how slavery has simply transformed into the prison-industrial complex. The disproportionate number of black men thrown into a dark room for the rest of their lives is one of the central themes of what my movie is an allegory for.”

Since he’s mentioned Obama several times, I ask him what he thinks of Obama’s impact on the US and as a president.

“Well he changed the country in an enormous way. Just look at the fact that young black people had a new level that we felt we could aspire to. I think before Obama there was a glass ceiling. That’s a big change. As a president, I think he was the best. I felt like I could trust his judgment and he’d take a measured empathetic approach, I don’t see there ever being another Barack Obama.”

He also attributes to the Obama effect the way that black stories are now breaking through in Hollywood. Having struggled to make an impact for many years, black film-makers are finally being heard and seen. And in Get Out Jordan Peele can be heard very loudly and seen, like all the best auteurs, very clearly.

© Alle Rechte vorbehalten The Guardian. Zur Verfügung gestellt von The Guardian Archiv
Key & Peele Play 'Racist or Really Need to Tell You Something'
Paul F. Tompkins / Made Man
en / 08.12.2013 / 4‘28‘‘

'Racist Babies' - Jordan Peele Stand Up Bit
Jordan Peele / Laugh Factory
en / 29.06.2010 / 1‘59‘‘

Interview with Director Jordan Peele and the Lead Actors
Ricky Camilleri / Build Series
en / 20.02.2017 / 41‘34‘‘

Jordan Peele Impersonates Barack Obama
Key & Peele / Comedy Central
en / 10.01.2012 / 2‘47‘‘

Interview with Author/Director Jordan Peele
Von Terry Gross / NPR
en / 43‘54‘‘

Filmdateno

Genre
Horror, Mystery, Krimi/Thriller
Länge
104 Min.
Originalsprache
Englisch
Bewertungen
cccccccccc
IMDb7.7/10

Cast & Crewo

Daniel KaluuyaChris Washington
Allison WilliamsRose Armitage
Bradley WhitfordDean Armitage
MEHR>

Bonuso

iGefilmt
Key & Peele Play 'Racist or Really Need to Tell You Something'
Made Man, en , 4‘28‘‘
s
'Racist Babies' - Jordan Peele Stand Up Bit
Laugh Factory, en , 1‘59‘‘
s
Interview with Director Jordan Peele and the Lead Actors
Build Series, en , 41‘34‘‘
s
Jordan Peele Impersonates Barack Obama
Comedy Central, en , 2‘47‘‘
s
gGeschrieben
Besprechung Frankfurter Allgemeine Zeitung
Bert Rebhandl
s
Besprechung critic.de
Michael Kienzl
s
Besprechung Süddeutsche Zeitung
Tobias Kniebe
s
Besprechung The Guardian
Mark Kermode
s
Portrait: Director/Author Jordan Peele
The Guardian / Andrew Anthony
s
hGesprochen
Interview with Author/Director Jordan Peele
NPR / en / 43‘54‘‘
s
Wir verwenden Cookies, um Ihnen einen individuell angepassten Service zu bieten (Detailangaben hierzu in unserer Datenschutzerklärung.) Mit dem Weitersurfen auf cinefile.ch stimmen Sie unserer Cookie-Nutzung zu.