r Le jeune Karl Marx
Raoul Peck, Frankreich, Deutschland, Belgien, 2017o
1844. Der 26-jährige Karl Marx lebt notorisch verschuldet und von Existenzängsten geplagt mit seiner Frau Jenny im Pariser Exil. Als er den kaum jüngeren Friedrich Engels kennenlernt, verachtet er den Sohn eines Fabrikbesitzers zunächst als Dandy. Doch Engels hat gerade auf der Basis eigener Erlebnisse seine Studie über die Verelendung des englischen Proletariats publiziert und längst begonnen, sich von seiner Klasse zu entfernen. Sie werden Freunde, inspirieren sich als Gleichgesinnte und verfassen Schriften, mit denen sie der unvermeidlich erscheinenden Revolution einen theoretischen Überbau geben wollen. (Pressetext Berlinale)
Das ist die Geschichte von Zweien, die sich daranmachten, die Welt nicht nur zu interpretieren, sondern sie zu verändern. Alles ganz korrekt, scheints. Vielleicht hätte den Materialisten Engels und Marx, die Sinn hatten für Effekte, sogar das starke Kolorit des historischen Idealismus gefallen, in das dieser Film sie taucht.
Christoph SchneiderIm Pariser Exil lernt der 26-jährige Karl Marx im Jahr 1844 den Fabrikantensohn Friedrich Engels kennen. Ihre anfangs gegenseitige Abneigung wandelt sich in eine lebenslange Freundschaft. Fortan schreiben sie gemeinsam, doch Zensur, Polizeirazzien, Verhaftungen, Machtkämpfe und erneutes Exil rauben ihnen zunehmend die Kräfte. Ein packender, detailfreudig und stimmig ausgestatteter biografischer Film aus dem Leben zweier vorzüglich dargestellter Männer, die die Welt veränderten.
N.N.Marx ohne Rauschebart, 1844 in Paris, später dann in London. Von den Behörden überwacht und schikaniert, mit den linken Parteigenossen und Journalisten in Austausch und Clinch, immer knapp bei Kasse. August Diehl als Marx, Stefan Konarske als sein Buddy Friedrich Engels, beide rauch- und trinkfreudig, auf ihrem Weg zum Kommunistischen Manifest. An ihrer Seite, großartig: Vicky Krieps als Jenny Marx. Ein politischer Coming-of-Age-Bilderbogen, dargeboten von Raoul Peck aus Haiti, der schon Lumumba im Kongo, den Völkermord in Ruanda und das Erdbeben in Haiti auf die Leinwand brachte.
Fritz GöttlerIl ferait sans doute une drôle de tête, Karl Marx, s'il se voyait incarné par August Diehl dans Le Jeune Karl Marx de Raoul Peck. Le réalisateur de I Am Not Your Negro suit quatre années de la vie du philosophe, de 1844 à 1848, avec l'aide de Pascal Bonitzer, qui a coécrit ce film captivant avec lui.
Caroline ViéAugust Diehl et Stefan Konarske (formidables l’un et l’autre) interprètent les deux révolutionnaires en débatteurs rompus à toutes les subtilités de la dialectique, convaincus de leur supériorité, voire même arrogants.
Samuel DouhaireRaoul Peck n’a jamais cherché à établir un objet de propagande, on ne peut donc pas lui reprocher ce point. Il est cependant impossible de nier les caractères humaniste et moderne qu’il parvient à insuffler à cette révolte sociale qui couve depuis la Révolution industrielle. L’espoir est là, à chacun de s’y accrocher s’il veut y croire.
Julien DugoisGalerieo



