Das geheime Leben der Bäume

Jörg Adolph, Deutschland, 2020o

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Der Förster und Bestsellerautor Peter Wohlleben erzählt faszinierende Geschichten über die Überlebensfähigkeit der Bäume. Dazu zieht er wissenschaftliche Erkenntnisse ebenso heran wie seinen grossen Erfahrungsschatz und zeigt, dass der Wald mehr ist als nur eine Kulisse der Holzwirtschaft. – Basierend auf dem gleichnamigen Sachbuch.

Peter Wohllebens Buch über kommunizierende Bäume, den Wald als soziales System, war so erfolgreich, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis der Bestseller verfilmt werden würde. Der Dokumentarfilm von Jörg Adolph ("Elternschule") will nun beides zugleich sein, Porträt des Buchautors und Naturdoku. Bewundernd hört Adolph dem gelernten Förster Wohlleben zu, wie er die Thesen seines Buches noch einmal darlegt oder seinen Promi-Status nutzt, um Naturschutz- Initiativen etwa im Hambacher Forst zu unterstützen. Dazu gibt es eindrucksvolle Naturaufnahmen, manchmal an der Grenze zum Kitsch. So interessant Wohllebens Erkenntnisse sind - dem Film hätte mehr Distanz zum Autor gut getan.

Martina Knoben

Keine Sekunde langweilig ist dieser Film. Das liegt zum einen an der Persönlichkeit von Wohlleben, der kein Sektierer oder esoterischer Rauner ist, sondern ein – nun ja: baumlanger – sehr sympathischer Mann, der es handfest mag und mit sehr anschaulichen Vergleichen arbeitet. Andererseits an den Naturfilmaufnahmen, den beeindruckendsten seit Microcosmos (1996).

Thomas Bodmer

Galerieo

21.01.2020
© Alle Rechte vorbehalten Süddeutsche Zeitung. Zur Verfügung gestellt von Süddeutsche Zeitung Archiv
06.09.2020
Bäume sind cool und solidarisch

«Das geheime Leben der Bäume» ist eine Dokumentation über Bäume. Klingt öde? Kein bisschen!

Von Thomas Bodmer

«Bäume sind unendlich langsam.» Das sagt einer, der es wissen muss: Peter Wohlleben, 20 Jahre lang Beamter der deutschen Forstverwaltung und der menschliche Protagonist dieses Films. «Das kann ja heiter werden», denkt mancher Zuschauer und schielt auf die Uhr. Doch es kommt anders: Der 96 Minuten lange Doku­mentarfilm von Jörg Adolph ist keine Sekunde langweilig.

Das liegt zum einen an der Person von Wohlleben, auf dessen Buch «Das geheime Leben der Bäume» der Film beruht. Der Mann ist weder ein Sektierer noch ein esoterischer Rauner. Er mag es handfest, und handfest sind auch seine Vergleiche: Forstwirtschaft, sagt er, habe mehr mit industrieller Tierhaltung zu tun als mit Pflege der Wälder.

Das liegt zum anderen an den Naturaufnahmen von Jan Haft: Dieser verwendet gern Zeitraffer, und was man dann sieht, erinnert oft an den Science-Fiction-Horrorfilm «Alien»: Was sich da für schleimige Öffnungen auftun, sich hier geil aufrichtet und dort in sich zusammenschrumpelt, das hat man ausser in «Microcosmos» so noch nie gesehen.

An die letzte Phase des Aliens erinnern die «Harvester», riesige Maschinen, die rasend schnell Bäume fällen, entrinden und in handliche Stücke zerbeissen. Sehr praktisch. Dumm ist nur, dass sie durch ihr Gewicht den weichen Waldboden so zusammen­drücken, dass da keine Bäume mehr wachsen können.

Wohlleben verwendet oft Metaphern aus dem menschlichen Gefühlsleben, weil Bäume uns nicht so direkt ansprechen können wie putzige Tiere. Aber cool sind die Bäume, und solidarisch. «Ein Baum weiss: Ich bin kein Wald», sagt er. Deshalb vernetzen Bäume sich durch ihre Wurzeln und helfen einander. Wohlleben weiss: «Die würden nicht Trump wählen.»

© Alle Rechte vorbehalten züritipp. Zur Verfügung gestellt von züritipp Archiv
Interview mit Peter Wohlleben
/ SWR 1
de / 30.01.2020 / 33‘09‘‘

Filmdateno

Genre
Dokumentarfilm
Länge
96 Min.
Originalsprache
Deutsch
Bewertungen
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ØIhre Bewertung7.0/10
IMDB-User:
7.0 (343)
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