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Julieta

Pedro Almodóvar, Spanien, 2016o

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Julieta, Lehrerin für klassische Literatur, hat das Leben über die Jahre in seinen Extremformen erfahren: als Glücksrausch und als Tragödie. Der geliebte Mann ist ihr ertrunken, die Tochter hat den Kontakt abgebrochen ohne ein erklärendes Wort. Gerade als ihr das Leben eine neue Chance bietet, bringt eine unvermutetete Begegnung die belastendenen Erinnerungen wieder hoch.

Es mag am Alter liegen, in dem Ruhe über einen kommt: Der Regisseur Almodóvar, geboren 1949, hat alles Schrille und Aufgeregte seiner wilden Jahre hier abgetan. Dies ist ein stiller, gedämpfter Film noch in seinen buntesten Momenten. Es scheint fast, als habe sich der Regisseur, der sich früher in lauten und farbigen Metaphern austobte, ästhetisch quasi gehäutet und zur leisen Poesie gefunden und zu einem feinen, empathischen Realismus.

Christoph Schneider

Emma Suárez und Adriana Ugarte spielen die alte und die junge Julieta in diesem Mutter-Tochter-Thriller, der ohne echtes Verbrechen bleibt, neutral und abgründig. Pedro Almodóvar verdichtet in einem seiner besten Filme drei Kurzgeschichten von Alice Munro zur Quintessenz seines Kinos: Wiederholung und Variation der gleichen Motive verleihen Leben - ob nun neuen Menschen oder alten Beziehungen.

Philipp Stadelmaier

Comment vivre sans ceux que l’on aime ? C’est tout l’enjeu de ce film subtil, rare, intelligent et intense. La mise en scène d’Almodóvar, dépouillée de tout effet baroque, empoigne le spectateur dès le début pour ne plus le lâcher. Un coup de coeur.

Danielle Attali

Avec sa conclusion abrupte et amère, qui suggère une transmission de la culpabilité, le film s’éloigne des réussites consensuelles du cinéaste comme Parle avec elle ou Volver. Mais il fascine par cette alchimie entre la noirceur désenchantée du fond et l’éclat rédempteur de la forme.

Louis Guichard

Galerieo

03.08.2016
"Julieta" - Es war einmal ein Punk

Für sein Melodram adaptiert Pedro Almodóvar drei Kurzgeschichten der Nobelpreisträgerin Alice Munro. Er knüpft an seine besten Zeiten als Bürgerschreck an.

Von Philipp Stadelmaier

Auf dem Tisch steht eine Kunstfigur, ein Torso ohne Arme und Beine, amputiert und versehrt. Vorsichtig packt eine Frau die Figur in Luftpolsterfolie und dann in einen Umzugskarton. Ihr Name ist Julieta. Sie ist dabei, mit ihrem Freund Madrid zu verlassen und nach Portugal zu ziehen. Madrid, das sind zu viele Erinnerungen. Portugal verspricht ein neues Leben ohne die Last der Vergangenheit.

Doch dann begegnet Julieta auf der Straße einer Frau, die sie von früher kennt: Bea, eine alte Freundin ihrer Tochter. Und wir erfahren, dass Julieta diese Tochter schon sehr lange nicht mehr gesehen hat, sodass sie nicht einmal weiß, wie und wo sie lebt.

Julieta ähnelt ein bisschen jener Kunstfigur, die sie gerade eingepackt hat: Arme und Beine hat sie zwar noch, aber ihr fehlt ein wichtiger Teil, sie hat ihr Kind verloren. Nun will sie vor der schmerzhaften Vergangenheit nicht mehr davon laufen, weswegen sie den Umzug kurzerhand absagt und in ihr altes Apartment in Madrid zieht.

Dort beginnt sie ihre Geschichte aufzuschreiben, in der Form eines Briefs an die Tochter, und diese Geschichte wird uns nun in einer fiebrigen Rückblende erzählt.

So springen wir aus der Gegenwart in die Achtzigerjahre, in einen Zug, der durch eine winterliche Landschaft fährt. Hier wird Julieta zwei Männer kennenlernen, die ihr Leben bestimmen werden. Aber diese Julieta ist nicht mehr die gleiche wie zuvor: Die ältere wird von Emma Suárez gespielt, die jüngere von Adriana Ugarte.

Almodóvar war schon immer ein großer Realist, der die spanische Gesellschaft genau beobachtet hat

Die verschiedenen Gesichter der Julieta prägen den zwanzigsten Film des Spaniers Pedro Almodóvar entscheidend. Denn dieser erzählt auch von den vielen Gesichtern des Regisseurs.

Die Reise in die Vergangenheit seiner neuen Hauptfigur ist auch eine Reise in seine eigene Vergangenheit. Ein Streifzug durch seine bisherigen Filme und die Zeiten, in denen sie entstanden sind, von den Achtzigern bis heute.

Der Filmemacher, der oft für seine poppigen Dekors und Kostüme, seine schrillen Figuren und fantastisch-romantischen Geschichten verehrt wird, war immer auch ein großer Realist, der die Veränderungen der spanischen Gesellschaft begleitet hat.

Zurück in die Stimmungslage der Neunzigerjahre

Wenn etwa die junge, punkige Version von Julieta Sex im Nachtzug hat oder einem Schüler in ihrer Klasse fast bedauernd mitteilt, dass er leider nicht seine Lehrerin vögeln könne, dann erinnert das an Almodóvars Filme Anfang der Achtzigerjahre: diese punkigen, underground-orientierten Orgien, in denen nach dem Ende der erdrückenden Franco-Diktatur Begierde und Lebenslust regierten.

Gegen Ende dieses Jahrzehnts zeigte Almodóvar dann in Filmen wie "Fessle mich!" mehr die morbide Seite von Drogen und Sex und eine langsame Rückkehr der klassischen Paarbeziehung: Spanien wurde wieder konservativer.

Ebenso wird sich Julieta bald in einer Paarbeziehung in einem Dorf am Meer wiederfinden - und auch der Tod wird nicht auf sich warten lassen, auf hoher See und durch schwere Krankheiten.

Vor allem aber findet "Julieta" zu einer Stimmung, die in Almodóvars großen Meisterwerken vorherrscht, entstanden während der Regierungszeit der konservativen Partido Popular Ende der Neunzigerjahre.

Was "Alles über meine Mutter", "Sprich mit ihr" und "Schlechte Erziehung" auszeichnete, war eine Hinwendung zu gesellschaftlichen Außenseitern. Formal sprangen diese Erzählungen von großen Verlusten hin und her zwischen den Zeitebenen und Schauplätzen, ebenso wie jetzt "Julieta": zwischen Provinz und Madrid, früher und heute, junger und alter Julieta.

Das Spanien von 2016

Der Film ist eine Adaption von drei Kurzgeschichten der kanadischen Literaturnobelpreisträgerin Alice Munro, die Almodóvar erst auf Englisch in New York drehen wollte und sich dann doch wieder für Spanien entschieden hat.

Was jetzt wie ein Signal wirkt dafür, dass er sich von seinen Filmen der letzten Jahre abwendet, in denen er zunehmend der spanischen Realität entflohen ist. Zuletzt in "Fliegende Liebende", in dem die Figuren zu fleischlosen Charakteren einer Soap-Opera wurden.

Diese Geschichte jetzt, in der eine Tochter mit der Mutter bricht, erzählt wieder über das Spanien von 2016, in dem junge linke Parteien auf dem Vormarsch sind und das Establishment hinter sich lassen.

Noch nie hat der Regisseur so schonungslos von Schmerz und Verlust erzählt wie in diesem Film

In dieser Situation scheint sich der etablierte Regiestar Almodóvar selbst zu befragen. Anders als früher widmet er sich keinen Außenseitern mehr, sondern den Arrivierten - zu denen er selbst gehört.

Almodóvar ist vermögend, die Werbetour zu "Julieta" musste er wegen der Panama Papers unterbrechen, die aufdeckten, dass er über seinen Bruder Geld in die mittelamerikanische Steueroase geschleust hatte. So wirkt er ein wenig wie die ältere Julieta, die guten Wein trinkt, in netten Apartments wohnt und mit Künstlern verkehrt. Anders als Julieta hat Almodóvar zwar keine Kinder, aber jüngere Zuschauer, die er zu verlieren droht.

Den Schmerz, der in diesem Film zirkuliert, macht dies umso realer. Noch nie war ein Verlust bei Almodóvar so krass wie hier - und auch so ersatzlos. Noch in "Alles über meine Mutter", in dem anfangs ein Sohn stirbt, wandert die Liebe der Mutter zu anderen Liebesobjekten weiter.

Was aber durch "Julieta" zirkuliert, ist vor allem der Torso, ein Symbol von Schmerz und Versehrung, dem der spanische Regisseur mit diesem großen Film so direkt ins Gesicht schaut wie Julieta, während sie an ihre Tochter schreibt.

© Alle Rechte vorbehalten Süddeutsche Zeitung. Zur Verfügung gestellt von Süddeutsche Zeitung Archiv
01.08.2016
Die Verzweiflung der Frau des Fischers

In seinen letzten Filmen verlor sich Pedro Almodóvar in Gefühlskitsch und Manierismen, doch mit dem Beziehungsdrama „Julieta“ knüpft er wieder an seine besten Zeiten an.

Von Andreas Kilb

Wenn ein Regisseur seit dreißig, vierzig Jahren Filme dreht und man hat fast alle davon gesehen, bleibt wenig Raum für Überraschungen. Jedes neue Kinowerk gleicht dann einem Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Darin liegt eine Gefahr. Wer einen anderen zu gut kennt, neigt dazu, die Kleinigkeiten, die sich verändern, wichtiger zu nehmen als das große Ganze, das bleibt. Vor allem misst er das, was er sieht, an einer Vergangenheit, die dem unbefangenen Betrachter fremd ist. Nicht jede Falte in einem Gesicht ist eine Alterserscheinung. Nicht jede unklare Wendung in einem Film ist ein Zeichen von Schwäche.

Pedro Almodóvars neuer Film "Julieta" beginnt damit, dass Julieta, eine Frau um die fünfzig, ihr Mobiliar in Kisten packt. Sie will mit dem Mann, mit dem sie lebt, das Land verlassen und anderswo neu anfangen. Einen Augenblick später unterbricht sie ihr Tun, um eine Besorgung zu machen. Auf der Straße wird sie von einer jungen Frau angesprochen, die sich als alte Freundin von Julietas Tochter Antía entpuppt. Die Frau erzählt, sie habe Antía vor kurzem in der Schweiz getroffen. Julietas Gesicht erstarrt. Dann geht sie zurück nach oben, packt ihre Kisten fertig, verlässt das Apartment ihres Geliebten und nimmt sich eine Wohnung in einem anderen Viertel von Madrid, in einem Haus, in dem sie vor langer Zeit gelebt hat.

Julieta also packt ein, aber die erzählerische Bewegung, die dieser Film wie jeder andere Film von Pedro Almodóvar vollführt, ist genau umgekehrt. In Almodóvars Kino werden Kisten ausgepackt: Kisten der Ehe, der Familie, der Kindheit, der vergeudeten Jugend, Kisten des Verbrechens und des Liebesbetrugs. Und in allen steckt das Gleiche: Schuld. Wenn es einen Zauberstoff gibt, der die Melodramen von Almodóvar antreibt, dann ist es die Erkenntnis der Schuld und die Reue, die ihr folgt, manchmal sehr spät, wie in "Schlechte Erziehung", dem Meisterwerk von 2004, in dem ein Mörder Jahre nach der Tat vor die Kamera tritt, um die Geschichte seines Opfers nachzuspielen.

Alice Munro als Vorlage

Also nicht die Liebe. Oder nicht nur. Oder nur im Zusammenhang mit Schuld und Sühne. Darin unterscheidet sich Almodóvars Kosmos von dem der kanadischen Erzählerin Alice Munro, bei der die Liebe meistens etwas Befreiendes, Anarchisches hat, während Kindheit und Familie - die verlorenen Paradiese von Almodóvars Filmheldinnen - von Abhängigkeiten und dunklen Geheimnissen verschattet sind. Dennoch gehört Munro zu den Lieblingsautoren des spanischen Regisseurs, und deshalb hat er drei ihrer Geschichten aus dem 2004 erschienenen Band "Runaway" verfilmt. Schon vor sieben Jahren kaufte er die Rechte an den Erzählungen, zuerst wollte er den Film mit Meryl Streep in der Hauptrolle in Amerika drehen, aber dann fremdelte Almodóvar mit den fernen Schauplätzen und der englischen Sprache und verlegte die Produktion nach Spanien. Und weil der Titel, den er dem Film geben wollte, "Silence", schon von Martin Scorsese für sein neues Projekt gebucht worden war, nannte er ihn nach seiner Hauptfigur: Julieta.

Julieta, Juliet, so heißt auch die Heldin bei Alice Munro. Die drei Erzählungen, in denen sie auftritt, sind Teil einer einzigen Lebensgeschichte. Und doch hat die Autorin sie voneinander getrennt. Die erste handelt von einer jungen Frau, die im Zug einen Mann kennenlernt. Die zweite von einem Besuch der Frau, die inzwischen Mutter ist, bei ihren Eltern. Die dritte von der Trennung von Mutter und Tochter. Die Erzählerin zerlegt das Leben in Momente, um es besser durchschauen zu können. Der Erzähler Almodóvar macht es umgekehrt: Er stellt die Kisten, die bei Munro hintereinander ausgepackt werden, wieder zusammen. Daher braucht er einen Rahmen, der die drei Geschichten zusammenhält. Er findet ihn in einer vierten Geschichte: einem Brief.

Trennung und Schuld

In ihrer neuen Wohnung im alten Haus schreibt Julieta (Emma Suárez) für ihre Tochter, die seit zwölf Jahren verschwunden ist, eine Art Lebensbeichte. Es ist der Augenblick der Wahrheit, und es ist das stärkste Bild dieses Films: eine Frau, nachts, allein am Schreibtisch. Aus der Dunkelheit steigen die Erinnerungen. Auch der Zug, in dem die junge Lehrerin Julieta (Adriana Ugarte) dem Fischer Xoan begegnete, fuhr durch die Nacht, ein Selbstmörder vergoss sein Blut auf den Gleisen, und Xoan und Julieta wurden ein Paar. Dann kam, Jahre später, die Nacht, die alles zunichtemachte, als Xoan nach einem Streit mit Julieta in einem Sturm ertrank. Und dann, abermals nach vielen Jahren, der düstere Sommertag, an dem Julieta erfuhr, dass ihre inzwischen volljährige Tochter Antía (Blanca Parés) sie verlassen hatte. Die Tochter gab der Mutter die Schuld am Tod des Vaters, und die Mutter wehrte sich nicht. Sie litt und barmte, kaufte Geburtstagstorten, die niemand aß, aber sie nahm die Trennung hin.

Zwischen der Liebes- und der Trennungsgeschichte steht bei Alice Munro eine dritte. Sie erzählt davon, wie sich Juliet mit ihrem Vater überwirft, der nach der Erkrankung ihrer Mutter ein Verhältnis mit einer Haushaltshilfe begonnen hat. Diese Geschichte bildet den Mittelpunkt des Triptychons, und sie erklärt die beiden anderen, auf jene vertrackte Weise, mit der bei Alice Munro ein Schicksal das andere spiegelt. Nicht zufällig war auch Xoans erste Frau nach einem Unfall gelähmt und bettlägerig. Und auch der Streit, der seinem Tod vorausgeht, wird durch einen Betrug, einen Seitensprung ausgelöst. Almodóvar aber inszeniert die Vater-Tochter-Episode mit der linken Hand. Er interessiert sich nicht für Strukturen, sondern für Gefühle, den kurzen Jubel des Glücks und den langen Geigenton der Sehnsucht. Die wundervoll gewobenen Symmetrien der Vorlage gehen an ihm vorbei. Aber aus den kleinen Fäden dazwischen macht er großes Kino. Die erste Visite im Fischerdorf beispielsweise, bei der Julieta auf Xoans Haushälterin Marian trifft, die von der Almodóvar-Veteranin Rossy de Palma gespielt wird. Die beiden Frauen sehen sich an, und sofort ist klar, dass die eine der anderen Unheil bringen wird. Oder Julietas Besuch im Krankenhaus bei der todkranken Ava, Xoans einstiger Geliebter: Da ist die Mischung aus Triumph und Mitgefühl, die so nur zwischen Frauen entstehen kann, mit Händen zu greifen. Die Verpflanzung von Munros Erzählungen aus Kanada nach Spanien hat ihnen nicht geschadet, im Gegenteil: Sie hat in ihnen Motive zum Klingen gebracht, die anderswo nicht zu hören gewesen wären. Etwa das Fenster, von dem Julieta auf die nächtliche Straße hinausblickt: Nur in alten südlichen Städten gibt es dieses Laternenlicht, das mühelos die Schleusen der Erinnerung öffnet.

In den letzten Jahren hat Almodóvar oft mit dem Kitsch ("Volver") und noch öfter mit dem klassischen Kino ("Zerrissene Umarmungen") geliebäugelt. Das eine wirkte so überkandidelt wie das andere, aber schließlich ist es ja auch nicht ganz einfach, die Balance zwischen äußerstem erzählerischen Raffinement und tiefer emotionaler Unschuld zu halten, die Filme wie "Sprich mit ihr" oder "Alles über meine Mutter" auszeichnet. Deshalb muss sich Meister Pedro auch nicht beleidigt fühlen, wenn man nach "Julieta" feststellt, dass er sich wirklich gut gehalten hat. Sein Kino sieht aus wie in seinen besten Zeiten. Und das ist eine Kunst.

© Alle Rechte vorbehalten Frankfurter Allgemeine Zeitung. Zur Verfügung gestellt von Frankfurter Allgemeine Zeitung Archiv
Tages-Anzeiger, 15.05.2016
«Frauen scheinen mir interessanter zu sein als Männer»

Regisseur Pedro Almodóvar sagt, was er mit seinem neuen Film «Julieta» in Cannes erreichen will. Und wie er mit den Schweizer Bergen geschummelt hat.

Von Matthias Lerf

Der Meister selber holt die Getränke. «Es gibt Cognac für Sie, aber er ist etwas hell», sagt Pedro Almodóvar und schenkt Mineralwasser in grosse Schwenker ein. Offenbar hat er in seiner Suite im Pariser Hotel George V gerade keine anderen Gläser gefunden. Egal, das ist originell und hat Stil – so wie sein neuer Film «Julieta», mit dem er zu den grossen Frauenthemen zurückkehrt: Es geht um eine Mutter und ihre Tochter, er ist kunstvoll verschachtelt, und Themen wie Liebe und Verlust stehen im Mittelpunkt. Der Regisseur, inzwischen 66-jährig, ist bestens gelaunt. Am Dienstag hat «Julieta» Premiere in Cannes, zwei Tage später läuft er bei uns in den Kinos an.

Immer, wenn Sie in Cannes antreten, gelten Sie als Favorit für die Goldene Palme.

Ich denke nicht in solchen Kategorien. Obwohl ich die Palme noch nie bekommen habe, will ich sie nicht um jeden Preis gewinnen. Aber ein wenig davon träumen darf ich, oder?

Sicherlich, «Julieta» ist ein starker Film.

Ja, aber die Konkurrenz scheint mir ebenfalls stark zu sein dieses Jahr. Das sehe ich daran, dass ich selber einige der Filme sofort sehen will. Eigentlich habe ich zwei Hoffnungen für Cannes: erstens auf der Höhe meiner Mitkonkurrenten zu sein, das wird vermutlich schon schwierig genug.

Und zweitens?

Kein Gramm zuzunehmen bis zur Premiere am Dienstag. Sonst komme ich nicht mehr in meinen Smoking rein...

«Julieta» basiert auf drei Kurzgeschichten der kanadischen Nobelpreisträgerin Alice Munro, die bekannt ist für ihren knappen Stil – keine offensichtliche Wahl für den oft ausschweifenden Almodóvar...

Stimmt, ich bin in der Regel ziemlich barock (kichert). Und doch gibt es etwas, das mich bei der Lektüre gleich angesprochen hat: Sie schreibt über Familien, wie ich. Faszinierend finde ich, wie sie in den Vordergrund stellt, was sich normalerweise im Alltag verbirgt. Sie beschreibt fürchterlich normale Handlungen, trotzdem öffnen sich dabei Abgründe. Ich denke, ich weiss auch, wieso sie darin so meisterhaft ist.

Wieso?

Viele Jahre musste sie sich um ihre Familie kümmern und sich die Zeit zum Schreiben zusammensuchen: eine halbe Stunde, während die Kinder Mittagsschlaf machten, eine halbe Stunde spät in der Nacht. Sie hatte die Geschichten, die sie erzählen wollte, sehr lange im Kopf.

Diese reiften?

Genau, sie weiss viel mehr darüber, als sie erzählt. Das kann man zwischen den Zeilen mitlesen. Es macht Munros eigentümliche Mischung aus: Alles ist so präzise und doch voller Geheimnisse.

In der Vorlage heisst die Tochter Penelope, wie Ihre Lieblingsschauspielerin Penélope Cruz. Sie haben den Namen in Antía umgewandelt. Darf es nur eine Penelope in ihrem Universum geben?

Penelope ist ja eine klassische Figur aus der griechischen Mythologie, sie ist diejenige, die wartet. Im Film aber ist es doch eher ihre Mutter, die nicht weiss, wo ihre Tochter ist. Antía habe ich sie genannt, weil so eine direkte Verbindung zum galizischen Vater entsteht. Der Name ist in dieser Gegend äusserst populär, aber sonst kommt er nirgends vor. Das hat mir gefallen.

Ursprünglich wollten Sie den Film auf Englisch drehen, in New York, nicht wahr?

Ja, dazu habe ich die Geschichten gekauft, vor Jahren. Aber ich bin nicht weitergekommen. Vermutlich bin ich immer noch nicht bereit für ein englischsprachiges Abenteuer. Erst als ich die Juliet aus den Kurzgeschichten in Julieta umtaufte und nach Spanien holte, fiel mir das Schreiben leicht.

Der Schluss des Films spielt in der Schweiz.

Es hat mit dem Comersee zu tun, in Norditalien, Gianni Versace besass eine Villa in der Gegend, ich war einige Male dort. Als ich einen Ort in der Nähe brauchte, kam ich auf die Schweiz.

Weshalb gerade auf Sonogno im Verzascatal?

Geografisch ist mein Bruder und Produzent viel beschlagener als ich. Hey, Agustín, du hast das Dorf gefunden, nicht wahr? (Der Mann, der in der Hotelsuite bis jetzt stumm am Computer sass, dreht sich um und sagt: «Ja, ich war ziemlich oft in Sonogno, auf Google Earth.») Wir brauchten einfach etwas Abgelegenes, wo es auch Platz für Wohnwagen gibt.

Wussten Sie, dass die Schriftstellerin Patricia Highsmith im Nachbartal wohnte?

So nahe? Ich wusste, dass sie in der Schweiz lebte. Sie ist wichtig für mich, wird ja in «Julieta» sogar erwähnt. Ich lernte sie einmal kennen, weil ich einen Roman von ihr verfilmen wollte.

Welchen denn?

«Das Zittern des Fälschers». Es ist lange her, vermutlich 1988, ich war gerade in New York, um Werbung zu machen für meine «Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs». Sie wollte unbedingt diesen jungen Regisseur kennen lernen, der sich für ihr einziges Buch interessierte, für das noch nie jemand die Filmrechte kaufen wollte. Und sie sagte mir sogleich, dass sie alle Verfilmungen ihrer Romane hasse, auch die von renommierten Regisseuren wie Alfred Hitchcock und Wim Wenders. «Wirklich alle», betonte sie.

Haben Sie die Rechte dann bekommen?

Nein. Zuerst war alles kompliziert, sie hatte keinen meiner Filme gesehen. «Ich stelle Ihnen gerne Videokassetten zur Verfügung», sagte ich ihr. Sie antwortete, sie wohne so abgelegen, dass sie keinen Fernseher und kein Abspielgerät besitze, ich solle alles einer Freundin schicken, dann gehe sie da einmal vorbei. Damals schon lebte sie sehr zurückgezogen von der Welt. Aber gut, am Ende ist es nicht daran gescheitert. Sie sagte zu, verlangte aber eine horrende Summe. Ich war erst am Beginn meiner Karriere und konnte mir Frau Highsmith schlicht nicht leisten.

Sie galten damals als wichtigster Regisseur der Madrider Movida-Bewegung. Was ist davon geblieben?

Viele Erinnerungen und viele Lieder. Das Madrid von heute hat nichts, aber auch gar nichts mit dem zu tun, was wir in den 80er-Jahren erlebten. Es war eine unglaubliche Explosion der Freiheit.

Und heute?

Ist es das Gegenteil. Die Jungen, auch diejenigen, die studiert haben, finden keine Arbeit. Dass es jetzt zum Beispiel wieder Wahlen geben soll, zum wiederholten Mal, lähmt und frustriert uns. Es ist ein Gefühl der politischen Niederlage, welches das Land imprägniert, seit Jahren. Die Movida dagegen war eine Bewegung des Lichts, der Kreativität. Unsere Tage, unsere Nächte, waren voller Liebe, Sex, Ausgelassenheit – allem, was dazugehörte.

Sind Sie nostalgisch?

Persönlich nicht. Aber ich denke, es gibt so etwas wie ein kollektives Gedächtnis. Und die Erinnerung an die Zeit von 1980 wird eine ganz andere sein als diejenige an die Zeit, in der wir heute leben. Ohne nostalgisch zu sein, wage ich zu behaupten, dass für jene, die im Jahr 3000 die spanische Geschichte untersuchen, die 1980er-Jahre interessanter sein werden als die ab 2010.

Eigentlich sind Sie, um es mit dem Titel eines Truffaut-Filmes zu sagen, «der Mann, der die Frauen liebt». Wieso stellen Sie sie immer wieder ins Zentrum?

Nun, ich könnte Ihnen eine pragmatische Antwort geben: Das weibliche Universum funktioniert bestens für mich, als Regisseur und Drehbuchautor hatte ich meine grössten Erfolge damit. Aber es sind eher die Themen, die mich interessieren. In «Julieta» geht es um die Mutterschaft. Sie können natürlich zu Recht fragen, was ich als schwuler Mann damit am Hut habe. Aber mir geht es diesbezüglich um den Akt der Schöpfung.

Den Akt?

Ha, nicht um den Geschlechtsakt. Wobei, um den geht es auch, es gibt zwei wichtige im Film, immer verbunden mit dem Tod eines Menschen. Aber ich denke bei der Schöpfung eher an die kleine Skulptur, die vorkommt, und die dann buchstäblich von Frau zu Frau wandert. Die Frauen, die das Leben weitergeben, erscheinen mir interessanter zu sein als die Männer. In «Julieta» allerdings ist die Mutterschaft gebrochen, voller Leid und Schmerzen.

Aber ein Vater würde doch auch leiden, wenn sein Kind verschwindet...

...ja, aber der würde das einfach in sich reinfressen. So sind wir Männer. Frauen sind auch in dieser Hinsicht kreativer. Natürlich sind das Klischees. Und es gibt wunderbare Filme über Väter, «El Sur» zum Beispiel. Aber ich schreibe lieber für Frauen.

Sie pflegten zu sagen «Frauen inspirieren mich zu Komödien, Männer zu Dramen». Hier war es offensichtlich nicht so.

Nein, «Julieta» ist wirklich ein nacktes und trockenes Drama, ich habe versucht, alles Überflüssige zu streichen. Darum gibt es keine Verweise auf andere Filme, keine melodramatischen Lieder wie sonst. Nur im Abspann erlaube ich mir eine Ausnahme, so konsequent bin Fortsetzung ich offenbar nicht. Und selbstverständlich werde ich in Zukunft auch wieder über Männer schreiben. Dabei geschieht aber oft etwas Seltsames.

Was denn?

Wenn ich über Männer nachdenke, stelle ich fast immer Geschichtenerzähler in den Mittelpunkt: Schriftsteller und Filmemacher wie mich. Oder aber Psychopathen wie... (zögert)

...wie Sie?!

(lacht) Das wollte ich wirklich sagen, ja, es ist mir fast so rausgerutscht. Nun haben Sie es gesagt. Das ist doch ein gutes Ende für das Interview, nicht wahr? (Deutet auf den Bruder) Wir haben noch einen Termin hier in Paris.

Sofort. Eine letzte Frage noch zur Schweiz. Sie haben nicht wirklich im Tessin gedreht, oder?

Pssst, das soll unser Geheimnis bleiben. Nein, wir drehten in den Pyrenäen. Sieht man das so gut?

Die Berge im Verzascatal sehen schon ein wenig anders aus.

Ich war nahe daran, noch ein paar digitale Kühe in die Szene zu stellen. Aber dann dachte ich mir, das wäre sicher zu viel. Vielleicht hätte ich es doch tun sollen.

© Alle Rechte vorbehalten Tages-Anzeiger. Zur Verfügung gestellt von Tages-Anzeiger Archiv
Sight & Sound, 14.12.2016
Film of the week: Julieta

A woman’s life: Pedro Almodóvar spins a triptych of Alice Munro short stories into a sombre, supremely expressive reflection on love, tragedy and transformation.

Von Jonathan Romney

One of the enduring pleasures of Pedro Almodóvar’s cinema is his mastery of narrative complexity: his films often seem to be generated by a set of completely disparate events and ideas from which he constructs narratives that are coherent but nevertheless tend to burst at the seams with their own sometimes narrowly contained dissonances and incongruities. Julieta is entirely characteristic of Almodóvar in the sheer density of elements, both narrative and symbolic, that it comprises: among them, the geographic diversity of the settings; a heroine, Julieta, played at different ages by two actresses; the chain of Julieta’s different homes; and symbolic ingredients that include a stag glimpsed at night from a train window, a lecture on Greek mythology and the statuettes of seated men with truncated limbs made by Julieta’s sculptor friend Ava.

The miracle of Julieta is that it feels as loose and multiple as the above suggests, yet at the same time very tight and unified. Among the film’s themes are the complexity and seeming diffuseness of a person’s life, and the hidden patterns created by the interaction of contingency and memory; as an academic specialising in Greek myth, Julieta is a highly qualified reader of the ‘novel’ of her existence.

The film is Almodóvar’s third literary adaptation, following the Ruth Rendell-inspired Live Flesh (1997) and The Skin I Live In (2011), based on Thierry Jonquet’s Tarantula. This time, however, the source is not a novel but three consecutive short stories from Alice Munro’s 2004 collection Runaway. Although each Munro story stands alone and covers a separate episode and theme, cross-references make it clear that they can all be read as concerning the same woman, Juliet, at different periods. Munro’s three stories effectively provide all the material that Almodóvar dramatises here.

Where the director has scope to make his film properly Almodóvarian is partly in knitting Munro’s three vignettes into a single narrative of characteristic intricacy; and partly in imposing his unmistakable stylistic signature, with all the signals of Spanishness that entails.

Originally planned as his first English-language film, Julieta has been transplanted from the original Canadian settings to Madrid, Galicia, the Pyrenees and elsewhere. The film is steeped in overtly foregrounded style, right from the image seen in the opening credits: draped red fabric that pulses like a human heart but turns out to be Julieta’s dress. Throughout, the expressionistic exuberance that we associate with the Almodóvar look is rooted firmly in a realistic everyday context by Antxón Gómez’s production design and Sonia Grande’s costumes: we are constantly shown the autonomous expressive power of, say, a certain wallpaper pattern, shelves of Galician pottery, the retro dress worn by Julieta’s elderly mother. There is also the Klimt-style dressing gown that Julieta wears in one of her solitary moments, its vividness strikingly clashing with her melancholy, and perhaps itself helping to save her from outright despair.

This tantalisingly open-ended film is Almodóvar’s most sombre to date: it is to his last feature, 2013’s airline farce I’m So Excited!, as Interiors (1978) was to Woody Allen’s Bananas (1971). Julieta is overtly serious in its concern with loss and the mature retrospective contemplation of life’s complexity, its visual energy contrasting strongly with its emotional severity and the almost total absence of either comedy or manifest narrative playfulness (the only echo of the famed Almodóvar ‘camp’ is a glimpse of one character’s fashionista friends). Where he is often associated with melodrama, in Julieta Almodóvar has professed to be creating ‘pure drama’, free of excess or fancy: hence the part played by classical mythology, which young Julieta teaches, and which reinforces the transcendental resonances of her own experiences.

Above all, Julieta is a study in duality. It involves, for example, two young women both guilt-stricken at their presumed responsibility for a death (a train suicide in Julieta’s case; in the case of her daughter Antía, the drowning of her father) and two relationships involving another woman in the frame (Ava’s double is the young north African mistress of Julieta’s father). The doubling begins with the fact that the heroine is played by two different actresses. The young Julieta, a vital, intellectually energetic woman open to all that life can offer her, is played by Adriana Ugarte and visually presented in a heightened manner. She’s first seen in bright-blue stockings and leather miniskirt, with a shock of blonde hair, as if she’s stepped out of a mid-80s Almodóvar comedy – or as if she were the older Julieta’s stylised version of her remembered self.

The Julieta of the framing narrative is played with a deeply poignant careworn dignity by Emma Suárez, whom UK audiences may remember as an angelic ingénue in such Julio Medem films as Tierra (1996). Twenty years on, she’s a perfect fit for a ‘haunted mature woman’ role that might previously have been played by Marisa Paredes. Almodóvar cleverly, but in no way callously, makes capital of the fact that Suárez is visibly older than some viewers may remember her – notably in the extraordinary coup de cinéma in which Julieta (Ugarte), bathed by her daughter, emerges from under a towel several years later as her older self (Suárez), her face visibly marked by life’s cares. In the version of this scene depicted on the film’s poster, the protective, caring Antía (never seen in the film as a grown woman) is replaced by the young Julieta as played by Ugarte, highlighting the lesson of Julieta’s interweaving of doubling, maternity and memory: to wit, that the child is mother to the woman.

© Alle Rechte vorbehalten Sight & Sound. Zur Verfügung gestellt von Sight & Sound Archiv
Les Inrockuptibles, 12.05.2016

Von Serge Kaganski

© Alle Rechte vorbehalten Les Inrockuptibles. Zur Verfügung gestellt von Les Inrockuptibles Archiv
Première, 16.05.2016

Von La Rédaction

© Alle Rechte vorbehalten Première. Zur Verfügung gestellt von Première Archiv
àVoir-àLire, 16.05.2016

Von Alexandre Jourdain

© Alle Rechte vorbehalten àVoir-àLire. Zur Verfügung gestellt von àVoir-àLire Archiv
Invité : Pedro Almodovar
/ France 5 - C à Vous
fr / 05.05.2016 / 12‘32‘‘

JULIETA - Interview - VF - Cannes 2016
/ Canal + Festival de Cannes
fr / 16.05.2016 / 11‘24‘‘

Quentin Tarantino's Special Message to Pedro Almodóvar
/ Oscars
en / 18.12.2012 / 0‘46‘‘

Videokritik
Andreas Kilb / Frankfurter Allgemeine Zeitung
de / 07.05.2016 / 2‘07‘‘

Behind the Scenes
/ Pathe UK
es en / 04.08.2016 / 1‘15‘‘

Interview with Pedro Almodóvar
/ PremiereScene
en / 04.08.2016 / 2‘43‘‘

Rancard avec Almodovar
Von Augustin Trapenard / France Inter - Boomerang
fr / 30‘14‘‘

Filmdateno

Genre
Drama, Liebesfilm
Länge
99 Min.
Originalsprache
Spanisch
Bewertungen
cccccccccc
IMDb7.1/10

Cast & Crewo

Emma SuárezJulieta Arcos
Adriana UgarteJulieta Arcos (young)
Daniel GraoXoan Feijóo
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Bonuso

iGefilmt
Invité : Pedro Almodovar
France 5 - C à Vous, fr , 12‘32‘‘
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Canal + Festival de Cannes, fr , 11‘24‘‘
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Quentin Tarantino's Special Message to Pedro Almodóvar
Oscars, en , 0‘46‘‘
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Videokritik
Frankfurter Allgemeine Zeitung, de , 2‘07‘‘
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Behind the Scenes
Pathe UK, es en, 1‘15‘‘
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Interview with Pedro Almodóvar
PremiereScene, en , 2‘43‘‘
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gGeschrieben
Besprechung Süddeutsche Zeitung
Philipp Stadelmaier
s
Besprechung Frankfurter Allgemeine Zeitung
Andreas Kilb
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Interview mit Pedro Almodóvar
Tages-Anzeiger / Matthias Lerf
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Besprechung Sight & Sound
Jonathan Romney
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Besprechung Les Inrockuptibles
Serge Kaganski
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Besprechung Première
La Rédaction
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Besprechung àVoir-àLire
Alexandre Jourdain
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hGesprochen
Rancard avec Almodovar
France Inter - Boomerang / fr / 30‘14‘‘
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