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Woman at War

Benedikt Erlingsson, Island, Frankreich, 2018o

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Die 50-jährige Halla arbeitet hauptberuflich als Chorleiterin, doch führt unter dem Decknamen «The Woman of the Mountain» zugleich einen heimlichen Krieg gegen die isländische Aluminiumindustrie – ihre Mittel reichen von Vandalismus bis hin zur Industriesabotage. Doch dann erfährt sie, dass ihr Antrag für die Adoption eines Kindes endlich angenommen worden ist. Halla beschliesst, noch eine letzte und besonders kühne Operation als Retterin der Highlands durchzuführen.

Regisseur Erlingsson vermischt mit der grandiosen Hauptdarstellerin Ernstes mit Absurdem. Die Geschichte ist geradliniger als im Erstling «Of Horses and Men». Immer im falschen Moment taucht zum Beispiel ein spanischer Tourist auf, und die Filmmusiker kommentieren das Geschehen im Bild. Trotzdem ist der Kampf der Frau jederzeit nachvollziehbar.

Matthias Lerf

Aborder un sujet aussi crucial avec autant de légèreté a été le pari de Benedikt Erlingsson : le résultat est excellent.

Claudine Levanneur

Une proposition réjouissante dont l’apparente naïveté scénaristique, qui inscrit la fable décalée au cœur d’un interventionnisme écologiste sans état d’âme, fonctionne comme une arme particulièrement efficace.

Thierry Méranger

Galerieo

06.11.2018
Wo spielt die Musik?

In «Woman at War» kämpft eine Frau mit Pfeil und Bogen gegen Grosskonzerne. Dabei steht das Filmorchester manchmal mitten im Bild.

Von Matthias Lerf

Wir kennen das: ein Kuss zum Schluss, ein Sonnenuntergang, ein Orchester, das die Gefühle verstärkt. Schön. Und keiner fragt, wo die Klänge herkommen. Doch, einer tat es, Jean-Luc Godard, der nicht nur stets mit Bildern, sondern auch mit Tönen experimentierte. Er sagte, die Musik sei ein Schauspieler wie jeder andere auch. Deshalb zeigte er in «Prénom Carmen» (1983) ein Streichquartett beim Einspielen der Filmmusik und in «Sauve qui peut (la vie)» (1980) ein ganzes Orchester.

Diesen Gedanken hat der isländische Regisseur Benedikt Erlingsson auf­genommen: In «Woman at War» geht es um eine Kriegerin, die mit Pfeil und Bogen ganz alleine Starkstromleitungen sabotiert und Aluminium-Multis bekämpft. Ganz alleine? Eben nicht. Hinter ihr stehen ein paar Männer auf der Wiese und machen Musik zu den Bildern. Später begleitet auch ein ukrai­nischer Frauenchor das Geschehen.

Erlingsson kommt vom Theater und hat sich dort inspirieren lassen. «Auf der Bühne sind Musiker normal, im Film wirken sie verwirrend», sagt er. Deshalb kalkuliert er die Verwirrung eben ein, zeigt das Orchester mit seinen archaischen isländischen Instrumenten trotzig immer wieder: da die Schauspielerin, daneben die Begleitung.

Was zuerst wie ein Mätzchen wirkt, funktioniert mit der Zeit prächtig, denn die Musiker beginnen sanft auch in die Filmhandlung einzugreifen: da ein ermunternder Blick für die einsame Kämpferin, dort eine deutliche Aufforderung. Sie werden zu Verbündeten. Nur etwas fehlt. Wenn die Musiker schon mitspielen, könnte die Darstellerin doch auch beim Orchester mit­machen und kräftig auf die Pauke hauen. Dazu kommt es nicht. Aber immer­hin: Als Tarnung für ihr anarchistisches Tun dirigiert sie einen Chor.

© Alle Rechte vorbehalten züritipp. Zur Verfügung gestellt von züritipp Archiv
SRF, 31.10.2018

Von Cynthia Ringgenberg und Patrizia Widmer

© Alle Rechte vorbehalten SRF. Zur Verfügung gestellt von SRF Archiv
Sight & Sound, 13.08.2018

Von John Bleasdale

© Alle Rechte vorbehalten Sight & Sound. Zur Verfügung gestellt von Sight & Sound Archiv
Variety, 13.05.2018

Von Jay Weissberg

© Alle Rechte vorbehalten Variety. Zur Verfügung gestellt von Variety Archiv
Télérama, 03.07.2018

Von Frédéric Strauss

© Alle Rechte vorbehalten Télérama. Zur Verfügung gestellt von Télérama Archiv
Le Monde, 02.07.2018

Von Véronique Cauhapé

© Alle Rechte vorbehalten Le Monde. Zur Verfügung gestellt von Le Monde Archiv
24 Heures, 14.08.2018

Von Cécile Lecoultre

© Alle Rechte vorbehalten 24 Heures. Zur Verfügung gestellt von 24 Heures Archiv
Interview with Erlingsson and Geirhardsdottir
/ Fondation Gan pour le Cinéma
en fr / 02.07.2018 / 4‘27‘‘

Q&A with Benedikt Erlingsson
/ LUX FILM PRIZE
en / 06.11.2018 / 39‘53‘‘

Interview with director Benedikt Erlingsson
Anne-Laure Bell / La Semaine de la Critique
en / 13.05.2018 / 6‘34‘‘

"Rebellen im Namen der Erde" (Dokumentation über militante Umweltschützer)
Philippe Borrel / ARTE
de / 16.02.2011 / 53‘30‘‘

On the need to protect the Iceland Highlands
Tómas Guðbjartsson / TED Talks
en / 13.06.2016 / 16‘25‘‘

Filmdateno

Originaltitel
Kona fer í stríd
Genre
Drama, Krimi/Thriller
Länge
101 Min.
Originalsprache
Isländisch
Bewertungen
cccccccccc
IMDb7.6/10

Cast & Crewo

Halldóra GeirharðsdóttirHalla / Ása
Jóhann SigurðarsonSveinbjörn
Juan Camillo Roman EstradaJuan Camillo
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Bonuso

iGefilmt
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Fondation Gan pour le Cinéma, en fr, 4‘27‘‘
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La Semaine de la Critique, en , 6‘34‘‘
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ARTE, de , 53‘30‘‘
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On the need to protect the Iceland Highlands
TED Talks, en , 16‘25‘‘
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gGeschrieben
Besprechung züritipp
Matthias Lerf
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Besprechung SRF
Cynthia Ringgenberg und Patrizia Widmer
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Besprechung Sight & Sound
John Bleasdale
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Besprechung Le Monde
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