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God's Own Country

Francis Lee, GB, 2017o

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Johnny führt kein glückliches Leben: Der Alltag auf der Schafsfarm seiner Familie ist karg, die Arbeit hart und eintönig und das Verhältnis zu seinem kranken Vater Martin schlecht. Aus Frustration betrinkt sich Johnny jeden Abend in einem Pub und hat ab und zu unverbindlichen Sex mit anderen Männern. Als im Frühling aber der Saisonarbeiter Gheorghe aus Rumänien auf der Farm anfängt, kommen sich die beiden jungen Männer nach und nach näher und verlieben sich ineinander.

Francis Lee zeigt die Zähmung eines Außenseiters in einer kühlen, beglückenden Liebesgeschichte mit ebensolchen Bildern.

Doris Kuhn

Zugegeben: Der Plot von «God’s Own Country» klingt nach dem Schwulenepos «Brokeback Mountain», doch hat das britische Drama einen entscheidenden Vorteil: Die Liebesgeschichte entwickelt einen rauen Charme, der ohne inszenierten Tabubruch und Orchestergraben auskommt und deshalb umso berührender wirkt. Johnny und Gheorghe sind füreinander gemacht.

Hannes Nüsseler

Galerieo

24.10.2017
Unter Schafen

Schwule Liebe auf dem Land: Das preisgekrönte englische Drama "God's Own Country" erzählt von Begierde und Verführung.

Von Doris Kuhn

Sex, im Kino meistens am Ende einer Liebesgeschichte zu sehen, steht in Francis Lees Drama "God's Own Country" gleich am Anfang: Johnny, Mitte zwanzig, lehnt mit einem Kumpel an einem Kuhtransporter, ihre Hosen hängen in den Knien. Sie bewegen sich wortlos, zweckgebunden, das reicht für Johnnys Bedürfnisse.

Er lebt auf einer Schafsfarm in Yorkshire. Sein Vater kann kaum mehr laufen, außer ihm gibt es dort nur noch die Großmutter. Alle Arbeit bleibt an Johnny hängen. Er säuft sich jede Nacht in die Bewusstlosigkeit. Er will sich blind und taub und unberührbar machen, damit die Monotonie seines Alltags ihn nicht erschlägt.

Die Routine auf dem Hof wird gestört, als ein rumänischer Saisonarbeiter dazustößt. Er soll bei der Geburt der Lämmer helfen, auf den Weiden im Hochmoor, allein mit Johnny. Der benimmt sich rotznäsig, aber man merkt, dass ihm jemand wie dieser Gheorghe noch nie begegnet ist: Er bringt nicht nur Erfahrung mit, sondern auch Manieren, vor allem aber hat Gheorghe sichtlich Freude an der Arbeit, die Johnny so verbittert. Man weiß bald, dass es Sex zwischen den Männern geben wird. Die Spannung des Films entsteht nicht daraus, ob sie im selben Schlafsack landen werden, sondern wie es so weit kommt. Das Aufeinanderprallen von Aggression und Zurückhaltung, von Begierde und Hingabe wird durch die raue Umgebung, in der das stattfindet, noch dramatisiert. Die Kamera ist immer nah dabei, wenn der grobe Johnny durch Sex gezähmt wird, wenn Gheorghe ihm erst beibringt, wie man Zärtlichkeit aufbringt, und dann, dass man auch miteinander reden kann.

Aber natürlich ist Johnny immer noch ein Depp. Die ganze Erziehung des Herzens führt nicht dazu, dass er Verantwortung übernimmt, seine Wut bleibt. Francis Lee, der für seinen Film beim Sundance Festival als bester Regisseur ausgezeichnet wurde, zeigt Johnnys Leben mit einer Zuneigung, der man den Sachverstand anmerkt. Also nicht in romantischen Bildern, sondern in dokumentarischer Nüchternheit. Die Kamera nimmt die Arbeit im Hof aufmerksam auf, registriert die Bewegung auf den Schafweiden, und manchmal öffnet sie den Blick auf die Weite des Landes.

An den Menschen beobachtet Lee die alten Mechanismen von Geben und Nehmen, Vertrauen und Betrug, es passiert nichts, was man nicht kennen würde. Aber er spürt allen Gefühlen nach, bis er sie präzise fassen kann. Dadurch rückt dieser Debütfilm so ungewohnt dicht an seine Figuren heran, dass man der Liebe zuschaut, als wär's das erste Mal.

© Alle Rechte vorbehalten Süddeutsche Zeitung. Zur Verfügung gestellt von Süddeutsche Zeitung Archiv
SRF, 16.11.2017

Von Georges Wyrsch

© Alle Rechte vorbehalten SRF. Zur Verfügung gestellt von SRF Archiv
rogerebert.com, 24.08.2017

Von Glenn Kenny

© Alle Rechte vorbehalten rogerebert.com. Zur Verfügung gestellt von rogerebert.com Archiv
Variety, 20.01.2017

Von Guy Lodge

© Alle Rechte vorbehalten Variety. Zur Verfügung gestellt von Variety Archiv
aVoir-aLire.com, 03.07.2018

Von Gérard Crespo

© Alle Rechte vorbehalten aVoir-aLire.com. Zur Verfügung gestellt von aVoir-aLire.com Archiv
Bande à Part, 03.12.2017

Von Olivier Bombarda

© Alle Rechte vorbehalten Bande à Part. Zur Verfügung gestellt von Bande à Part Archiv
Interview mit Regisseur Francis Lee
/ BAFTA
en / 30.11.2017 / 10‘18‘‘

Interview mit Darsteller Josh O'Connor
/ BAFTA
en / 11.02.2018 / 18‘51‘‘

Deleted scenes
/ FrankJolly
en / 16.12.2018 / 1‘08‘‘

Behind the scenes
/ Tiff Originals
en / 02.11.2017 / 2‘35‘‘

Josh O'Connor discussing the movie
/ NOWTV
en / 25.01.2019 / 30‘33‘‘

Filmdateno

Synchrontitel
Seule la Terre FR
Genre
Liebesfilm, LGBT, Drama
Länge
104 Min.
Originalsprache
Englisch
Bewertungen
cccccccccc
IMDb7.7/10

Cast & Crewo

Josh O'ConnorJohnny Saxby
Alec SecareanuGheorghe Ionescu
Ian HartMartin Saxby
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Bonuso

iGefilmt
Interview mit Regisseur Francis Lee
BAFTA, en , 10‘18‘‘
s
Interview mit Darsteller Josh O'Connor
BAFTA, en , 18‘51‘‘
s
Deleted scenes
FrankJolly, en , 1‘08‘‘
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Behind the scenes
Tiff Originals, en , 2‘35‘‘
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Josh O'Connor discussing the movie
NOWTV, en , 30‘33‘‘
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gGeschrieben
Besprechung Süddeutsche Zeitung
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